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StartseiteSport am Wochenende"Es ist eine verbotene Methode"07.02.2012

"Es ist eine verbotene Methode"

WADA-Generaldirektor äußert sich erstmals zu der Erfurter-Affäre

Nach langen Diskussionen in Deutschland äußerte sich nun erstmals der Generaldirektor der Welt-Anti-Doping Agentur, WADA, David Howman, zu den Vorgängen rund um den Erfurter Sportmediziner Andreas Franke.

Von Robert Kempe

David Howman, WADA-Chef (picture alliance / dpa / EPA/IMRE FOELDI)
David Howman, WADA-Chef (picture alliance / dpa / EPA/IMRE FOELDI)

Dieser soll das Blut von 30 Athleten mit einer UV-Bestrahlung behandelt haben. Für Howman ist diese Behandlung und die damit verbundene Abnahme und Rückführung des Blutes ein klarer Verstoß gegen die Antidoping-Bestimmungen:

"Es ist eine verbotene Methode, und seit Jahren auf der Verbotsliste. Man hat zwar die Definition präzisiert, sagen wir, dass wir mehr Klarheit geschaffen haben. Aber diese Methode war nie erlaubt. Blutdoping war niemals erlaubt."

Howman fordert eine strikte Aufklärung des Falls. Die WADA, so der Neuseeländer, beobachtet die Ermittlungen der Nationalen Anti-Doping-Agentur, NADA, aber auch der staatlichen Behörden in Deutschland, jetzt intensiv.

"Die Anschuldigungen sind sehr ernst, nicht nur was die Athleten betrifft, auch sehr ernst für den Arzt. Ich würde jetzt erwarten, dass nicht nur die NADA sondern auch die Ermittlungsbehörden, diesen Fall intensiv betrachten, und – wenn nötig - Maßnahmen einleiten. Aber wir können nichts vorwegnehmen. Wir müssen nur sicherstellen, dass der Fall richtig aufgearbeitet wird."

Wenn in Deutschland aus Sicht der Welt-Anti-Doping Agentur der Fall Erfurt sportrechtlich nicht konsequent verfolgt werden sollte, behält sich die WADA ein Einspruchsrecht vor, kündigte Howman in Lausanne an.

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