
Die Jury hob hervor, Dischereit setze sich in Prosa, Lyrik, Hörstücken und Essays mit verschwiegenen Kapiteln der deutschen Geschichte und mit weiblicher jüdischer Identität auseinander. Die Autorin gebe der deutschen Literatur "eine Sprache für das lange Verschwiegene", hieß es in der Begründung. Der Preis soll am 26. November in Berlin überreicht werden.
Schoah, NSU und Ausgrenzung
Dischereit wurde 1952 in Heppenheim geboren. Zu ihren Werken gehören die Gedichtbände "Als mir mein Golem öffnete" und "Im Toaster steckt eine Scheibe Brot" sowie der 2024 erschienene Roman "Ein Haufen Dollarscheine". In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich unter anderem mit den Folgen der Schoah, dem NSU-Terror und gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Förderpreis für Sophia Merwald
Der Große Preis des Deutschen Literaturfonds war aus dem Kranichsteiner Literaturpreis hervorgegangen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern zählen Felicitas Hoppe, Ulrike Draesner, Georg Klein, Annette Pehnt, Martina Hefter und Katerina Poladjan.
Der mit 10.000 Euro dotierte Kranichsteiner Literaturförderpreis geht 2026 an Sophia Merwald für ihr Romandebüt "Sperrgut". Die Jury würdigte das Buch als sprachmächtiges Werk über Gemeinschaft, Verlust und Widerstand.
Diese Nachricht wurde am 23.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
