Künstliche Intelligenz
Ethiker warnt vor übermäßigem Einsatz von KI

Der Philosoph Maximilian Kiener hat vor einem übermäßigen Einsatz von Anwendungen aus dem Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik auch in dafür ungeeigneten Bereichen gewarnt.

    Illustration zum Thema KI. Im Bild: KI-Chatbots von Meta AI, Amazon Alexa, M365 Copilot, ChatGPT, Gemini und Claude
    Chatbots mit generativer KI sind für viele Menschen ein Einstieg in die Welt der Künstlichen Intelligenz. (picture alliance / Helmut Fohringer / APA / picturedesk.com)
    Kiener sagte der Zeitung "Die Welt", Einsamkeit, Bildungsungerechtigkeit oder Probleme in der Demokratie seien oft soziale Fragen, keine technischen. Durch Technik würden jedoch die tatsächlichen Ursachen verdeckt. Wer etwa Einsamkeit im Alter nur mit Pflegerobotern bekämpfen will, übersehe den Bedarf an echter Fürsorge. Es gehe darum, "ob wir nicht unter dem Radar technische Lösungen für nichttechnische Ursachen anwenden".

    Warnung vor Vermenschlichung

    Zugleich warnt der Ethiker vor einem falschen Blick auf KI. Digitale Assistenten oder Haushaltsroboter seien "technische Artefakte ohne eigenen rechtlichen oder moralischen Status". Eine Vermenschlichung sei riskant: Man müsse sich daher hüten, diesen Technologien eine Art Menschlichkeit oder Personalität zuzuschreiben, die einfach nicht bestehe.
    Die schnelle Entwicklung der Robotik könne Wirtschaft und Gesellschaft stark verändern. Entscheidend sei daher der richtige Umgang mit der Technik. "Am Ende ist die Frage nicht, ob wir Roboter nutzen, sondern wie", so Kiener.
    Maximilian Kiener leitet das Institut für Ethik in der Technologie an der Technischen Universität Hamburg. Er forscht zur Ethik künstlicher Intelligenz. 2022 erhielt er den Award of Excellence der Universität Oxford; zudem berät er Politik und Industrie, etwa den Deutschen Bundestag, die Europäische Kommission und das britische House of Lords.
    Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.