Brief an Infantino
EU-Abgeordnete kritisieren FIFA für Russland-Rückkehr

44 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben den Fußball-Weltverband FIFA wegen der geplanten Rückkehr russischer Nationalteams in Wettbewerbe auf Jugendebene kritisiert.

    FIFA-Präsident Gianni Infantino bei der offiziellen WM-Vergabe an Saudi-Arabien.
    Die Abgeordneten fordern Gianni Infantino auf, Russland nicht zuzulassen. (picture alliance / empics / Nick Potts)
    In einem Brief an FIFA-Präsident Infantino heißt es: "Wir fordern die FIFA dringend auf, sich für den Frieden einzusetzen und nicht den Aggressor - Russland - zu besänftigen". Russland dürfe erst wieder zu FIFA-Wettbewerben zugelassen werden, wenn es Friedensverhandlungen mit der Ukraine aufnehme, "eine Waffenruhe vereinbare" und der Rückführung von Kindern zustimme, die aus ukrainischen Gebieten verschleppt wurden. Das Schreiben liegt der US-Zeitung Politico vor.

    Russland nie offiziell suspendiert

    Hintergrund ist die Entscheidung der FIFA-Spitze, Russland die Teilnahme an der U15-Weltmeisterschaft zu erlauben. Diese findet im Oktober in Aserbaidschan statt. Obwohl russische Nationalmannschaften und Vereine seit 2022 vom internationalen Fußball ausgeschlossen sind, hat die FIFA den nationalen Verband nie suspendiert.
    Bei der Ankündigung der ersten U15-WM der Geschichte hatte die FIFA erklärt, das Turnier stehe allen Verbänden offen. Russland wertete die Erklärung umgehend als Einladung zur Rückkehr. "Wir begrüßen die Entscheidung der FIFA, der russischen Nationalmannschaft die Teilnahme an der U15-WM zu gestatten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um russische Mannschaften wieder in den internationalen Sport zu integrieren", schrieb der russische Sportminister Degtjarjow in den sozialen Medien.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.