Putin-Vorschlag
EU-Außenbeauftragte Kallas lehnt Altkanzler Schröder als Vermittler im Ukraine-Krieg ab

Nicht nur in der Bundesregierung, auch in der EU gibt es Vorbehalte gegen eine Vermittlerrolle von Altkanzler Schröder im Ukraine-Krieg. Die EU-Außenbeauftragte Kallas lehnte den Vorschlag des russischen Präsidenten Putin ab. Es sei unklug, Russland bestimmen zu lassen, wer Europa vertrete, sagte Kallas in Brüssel.

    Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas geht vor den Flaggen der Mitgliedsländer im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel.
    Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Virginia Mayo)
    Dort treffen sich heute die Außenminister und -ministerinnen der EU, um unter anderem über den russischen Angriffskrieg und die Verteidigung der Ukraine zu beraten. Kallas argumentierte, Schröder habe in der Vergangenheit Lobbyarbeit für russische Staatskonzerne betrieben und säße damit als Vermittler "an beiden Seiten des Verhandlungstisches". Die Außenbeauftragte erklärte, erstmal müssten die Europäer untereinander diskutieren, worüber sie mit der russischen Seite sprechen wollten. Dies werde Ende Mai in Schweden geschehen.
    Putin hatte gestern in Moskau gesagt, er denke, die Ukraine-"Angelegenheit" neige sich dem Ende zu. Er könne sich auf europäischer Seite Altkanzler Schröder als Vermittler vorstellen.
    Der ukrainische Journalist Jurij Durkot bezeichnete den Vorstoß im Deutschlandfunk als ”Finte”. Putin wolle damit Verhandlungsbereitschaft vortäuschen, aber auch provozieren. Der russische Präsident wisse, dass sein Vorschlag für die Ukraine nicht akzeptabel sei. Die Bundesregierung hatte den Vorstoß Putins als "Scheinangebot" bezeichnet.
    Die EU-Außenministerinnen und -minister beraten heute unter anderem über die militärische Unterstützung der Ukraine sowie eine engere Zusammenarbeit mit der ukrainischen Rüstungsindustrie. Zudem geht es im Gespräch mit Vertretern der syrischen Regierung um einen Wiederaufbau nach dem Bürgerkrieg und dem Sturz des Assad-Regimes.
    Diese Nachricht wurde am 11.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.