Treffen in Brüssel
EU-Außenminister ringen um Ukraine-Unterstützung - Blockade durch Ungarn

Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Angriffs gegen die Ukraine beraten die EU-Außenminister in Brüssel. Es geht um weitere Sanktionen gegen Russland und Unterstützung für die Ukraine im Umfang von 90 Milliarden Euro.

    Die Leiterin der Außenpolitik der Europäischen Union, Kaja Kallas, spricht mit den Medien, als sie zu einem Treffen der EU-Außenminister im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel eintrifft.
    Die EU-Außenbeauftrage Kaja Kallas rechnet wegen des Widerstands von Ungarn nicht mit einer schnellen Auszahlung der Ukraine-Hilfe. (Virginia Mayo/AP/dpa)
    Auf das Darlehen hatten sich die Staats- und Regierungschefs bereits im Dezember des vergangenen Jahres geeinigt. Ungarn blockiert aber die Auszahlung. Auch beim Thema Sanktionen gibt es keine Einigkeit.
    Die EU-Außenbeauftragte Kallas geht davon aus, dass es heute kein Ergebnis geben wird. Der anhaltende Widerstand Ungarns habe das deutlich gemacht, sagte sie in Brüssel. Ungarn und auch die Slowakei werfen der Ukraine vor, russische Öllieferungen zu blockieren. Die ukrainischen Behörden legten die Druschba-Pipeline nach eigenen Angaben still, weil sie durch einen russischen Angriff beschädigt wurde.

    Wadephul kritisiert Ungarn

    Bundesaußenminister Wadephul kritisierte Ungarn wegen der Drohung mit einer Blockade von Ukraine-Hilfen kritisiert. Der CDU-Politiker sagte vor den Beratungen in Brüssel, darüber werde man mit den ungarischen Kollegen diskutieren. Wadephul meinte weiter, er glaube nicht, dass es richtig sei, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit und für die europäische Souveränität verrate. Deutliche Kritik an der Regierung in Budapest äußerten auch die Ressortchefs aus Polen und Litauen.
    Der Grünen-Europaabgeordnete Lagodinsky forderte, den Druck auf Ungarn und die Slowakei zu erhöhen. Er sagte im Deutschlandfunk, es sollte rechtlich geprüft werden, ob man ein Land gegebenenfalls aus der EU ausschließen könne.
    Diese Nachricht wurde am 23.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.