TFA
EU-Chemikalienbehörde empfiehlt Einstufung von Ewigkeitschemikalie als fortpflanzungsschädigend

Die EU-Chemikalienbehörde Echa empfiehlt die Einstufung einer bestimmten Ewigkeitschemikalie als schädigend für die menschliche Fortpflanzung. Es geht um Trifluoressigsäure, kurz TFA. Der Risiko-Prüfungsausschuss erklärte, TFA könne die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, Schäden bei ungeborenen Kindern verursachen und Schilddrüse und Leber beinträchtigen.

    Ein Aufkleber mit der Aufschrift "Stop PFAS" und einer Abbildung eines Lippenstifts sind auf einem aufblasbaren, gelben Plastikballon befestigt.
    Demonstration gegen Ewigkeitschemikalien PFAS in Lyon, Frankreich, am 16. Februar 2025 (picture alliance / Hans Lucas / Elsa Biyick)
    Deshalb empfiehlt der Ausschuss eine entsprechende Einstufung der Chemikalie durch die EU-Kommission. TFA wird zum Beispiel als Unkrautvernichtungsmittel genutzt, sowie für Heiz- und Kühlsysteme. Die Chemikalie gehört zu 25 PFAS-Stoffen, auf die künftig auch Flussläufe und Seen in der EU überprüft werden sollen. PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind Industriechemikalien, die etwa für die Beschichtung von Pfannen oder Funktionskleidung zum Einsatz kommen, weil sie wasser- und fettabweisend sind. Sie können sich in der Umwelt nicht vollständig abbauen und sich auch in Organismen anreichern.

    Bundesregierung lehnt vollständiges PFAS-Verbot ab

    Ende März hatte die Echa bereits ein weitreichendes Verbot von Ewigkeitschemikalien empfohlen, wobei sie aber eine Reihe von Ausnahmen als sinnvoll einstufte. Die Bundesregierung hat ein allgemeines PFAS-Verbot bislang abgelehnt, auch, weil es an Alternativen mangelt. Experten erhoffen sich nun von der Entscheidung der Chemikalienbehörde mehr Druck für eine politische Lösung.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Ewigkeitschemikalie - EU-Chemikalienbehörde warnt vor TFA
    Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.