Zweitägiges Treffen
EU-Gipfel berät über Kriege - Ukrainischer Präsident Selenskyj in Zypern eingetroffen

Der ukrainische Präsident Selenskyj ist zu einem informellen EU-Gipfeltreffen in Zypern eingetroffen. Er will dort mit den Staats- und Regierungschefs der EU über weitere Hilfen der Europäer gegen den russischen Angriffskrieg sprechen. Auch ein Treffen mit Bundeskanzler Merz ist geplant. Zweites großes Thema des Gipfels ist der Krieg im Nahen Osten und seine Auswirkungen auf die EU.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj steht auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einem Mikrofon.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)
    Selenskyj dringt unter anderem auf einen baldigen EU-Beitritt seines Landes. Den wird es nach Angaben von EU-Diplomaten jedoch in absehbarer Zukunft nicht geben. Ein 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine und neue europäische Sanktionen gegen Russland wurden aber nach einer monatelangen Blockade durch Ungarn heute endgültig beschlossen. Das Sanktionspaket sieht unter anderem ein strengeres Vorgehen gegen die sogenannte Schattenflotte von Tankern mit russischem Rohöl an Bord vor.
    Zuvor hatten Ungarn und die Ukraine einen Streit um die Druschba-Ölpipeline beigelegt. Sie transportiert russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Die Pipeline war nach ukrainischen Angaben bei russischen Angriffen beschädigt und deshalb stillgelegt worden. Ungarn und die Slowakei warfen Kiew jedoch vor, die Reparaturen zu verzögern. Seit gestern fließt das Öl wieder.

    Staats- und Regierungschefs aus der Golfregion erwartet

    Morgen wird es beim Gipfeltreffen dann vor allem um die Lage im Iran und die Auswirkungen auf die Energiepreise in Europa gehen. Außerdem dürfte es um den Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon gehen.
    Dazu sollen auch Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten und der Golfregion nach Zypern kommen. Erwartet werden Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi, der libanesische Präsident Joseph Aoun, Vertreter aus Syrien und Jordanien sowie der Generalsekretär des Golf-Kooperationsrates, Dschassim Mohammed al-Budaiwi.
    Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.