Ceuta
EU-Kommission bietet Hilfe an - Spanien setzt nach Ankunft Tausender Migranten das Militär an

Die EU-Kommission bietet Spanien Hilfe an, nachdem Tausende Menschen die Grenze zur Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste überquert haben. Der für Migration zuständige Kommissar Brunner erklärte, man könne etwa die Europäische Grenzschutzagentur Frontex einsetzen, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Außerdem stehe man mit marokkanischen Behörden in Kontakt.

    Menschen steigen, teils mit Schwimmreifen, am Strand der spanischen Exklave Ceuta aus dem Wasser.
    Migranten erreichen das Ufer der spanischen Exklave Ceuta, nachdem sie den Grenzzaun zwischen Marokko und Spanien umschwommen haben (30.07.2026). (AFP / LUCIA DIAZ)
    Innerhalb weniger Tage sind Tausende Menschen nach Ceuta gelangt, darunter viele Minderjährige. Sie schwammen größtenteils von marokkanischem Gebiet aus zu der Exklave. Offiziellen Angaben zufolge kamen mindestens neun Menschen bei Tumulten ums Leben. Auslöser war offenbar eine Entscheidung des spanischen Obersten Gerichts, dass alle über das Meer eintreffenden Migranten nicht ohne ordnungsgemäßes Verfahren zurückgeschickt werden dürfen.
    Die spanische Regierung kündigte einen Militäreinsatz an. Unter anderem sollen Dutzende Soldaten und ein Militärschiff nach Ceuta verlegt werden. Regierungschef Sánchez und Innenminister Grande-Marlaska sollen heute nach Ceuta reisen.
    Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, forderte Italiens rechtsgerichtete Regierung angesichts der Bilder aus Ceuta, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Spanien bestellte daraufhin den italienischen Botschafter ein.
    Die Exklave ist offiziell EU-Gebiet, gehört aber nicht zum Schengen-Raum.
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.