
Zudem verurteilte die EU-Kommission die Durchführung der Wahl auf besetztem ukrainischen Territorium als völkerrechtswidrig. Die Europäische Union erkenne weder das Abhalten der Wahl noch ihre Ergebnisse an. Diejenigen, die an der Organisation dieser Scheinwahlen beteiligt seien, würden für ihre Handlungen zur Rechenschaft gezogen werden, betonte der Kommissionssprecher.
Kritik auch vom Auswärtigen Amt
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte: "Ich glaube, wir müssen uns leider wieder auf Ergebnisse eines inszenierten Wahlrituals einstellen, über das wir uns dann in der kommenden Woche austauschen müssen". Ähnlich äußerte sich der CDU-Außenpolitiker Hardt, der die Parlamentswahl als Farce bezeichnete. Die
Politikwissenschaftlerin Fischer von der Stiftung Wissenschaft und Politik
nannte die Duma im Deutschlandfunk eine rechtsstaatliche Fassade, mit der Legitimität geschaffen werden solle.
Ehemalige Korrespondentin: Bürger werden genötigt, ihre Stimme abzugeben
Die langjährige Russland-Korrespondentin
Sabine Adler sagte im Deutschlandfunk
, die Wahl sei wegen des Krieges weder frei noch fair. Die Führung in Moskau sehe darin einen Loyalitätsbeweis, der von der Bevölkerung in den besetzten Gebieten erwartet werde. Das Vorgehen des Kreml bezeichnete Adler als völkerrrechtswidrig.
Seit dem 29. August seien die Wähler dort von Wahlhelfern bedrängt, auf der Straße abgepasst und genötigt worden, ihre Stimmen in mobilen Wahlurnen abzugeben, berichtet die ehemalige Deutschlandfunk-Korrespondentin. Wer sich weigere, zu wählen, lande auf der Liste der sogenannten Illoyalen, und dem drohe der Entzug der Rente oder der Sozialhilfe.
Sieg der Regierungspartei gilt als sicher
Die Parlamentswahl in Russland findet von heute an bis Sonntag statt. In dem flächenmäßig größten Land der Erde mit seinen elf Zeitzonen öffneten die ersten Wahllokale auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka. Insgesamt sind mehr als 110 Millionen Menschen zur Stimmabgabe für eine der zehn kremlnahen Parteien aufgerufen. Ein Sieg der Regierungspartei "Geeintes Russland" gilt als sicher - auch weil die Opposition ausgeschlossen wurde. Beobachter sprechen angesichts sinkender Umfragewerte von Kremlchef Putin dennoch von einem Stimmungstest. Es ist die erste Wahl der Staatsduma mit ihren 450 Abgeordneten seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Frühjahr 2022.
Gegen den Protest der Ukraine findet die Wahl erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson sowie erneut auf der Halbinsel Krim statt.
Duma-Wahl in Russland - Test für Putins Repressionsapparat
Diese Nachricht wurde am 18.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




