
Die EU-Kommission teilte die Einsetzung des Krisenstabs nach einer Sondersitzung in Brüssel mit. Er soll unter anderem Reaktionen auf die rasant steigenden Energiepreise planen.
Grund dafür ist insbesondere die Einschränkung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk setzten dort zunächst alle Fahrten aus. Die iranischen Revolutionsgarden drohten inzwischen damit, man werde jedes Schiff unter Beschuss nehmen, das versuche, die Meerenge zu passieren.
Nach Angaben der Energieexpertin des Deutschen Instututs für Wirtschaftsforschung, Kemfert, gehen bis zu 20 Prozent der weltweiten Öl-Lieferungen über diese Handelsroute. Anders als bei früheren Krisen sei eine ganze Reihe wichtiger Ölproduzenten betroffen. Eine solche Lage habe man noch nie erlebt, sagte Kemfert der Deutschen Presse-Agentur. Mit Versorgungsengpässen in Deutschland rechnet die Expertin derzeit aber nicht.
Die Staaten des Ölkartells Opec+ hatten bereits beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern.
Die EU-Kommission will über den Energie-Krisenstab hinaus die Risiken durch Verkehrsunterbrechungen, insbesondere rund um die Straße von Hormus und das Rote Meer beobachten. Mit Fluggesellschaften, Reedereien und nationalen Behörden soll es eine verstärkte Koordinierung geben. Zur Unterstützung für Evakuierungs- und Rückführungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten würden bereits jetzt Katastrophenschutz-Kapazitäten und das Notfall-Koordinierungszentrum genutzt.
Diese Nachricht wurde am 02.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
