
Zwar sieht die Beobachtungsstelle vielversprechende Anzeichen für Fortschritte bei der Dekarbonisierung von Stromerzeugung und Industrie sowie beim Einsatz sauberer Technologien. Insgesamt verlaufe die Entwicklung aber noch zu langsam. Der Bericht der ECNO, in der sich mehrere Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen haben, stützt sich auf Daten aus dem Jahr 2022, als der russische Einmarsch in der Ukraine die EU in eine Energiekrise stürzte.
Forderung nach Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe
In dem Jahr verzeichnete die EU der Studie zufolge ein Investitionsdefizit von 406 Milliarden Euro allein im Energie-, Gebäude- und Verkehrssektor. Um das Klimaziel für 2030 zu erreichen, müssten die Investitionen in diesen Bereichen nach Angaben der Wissenschaftler auf 800 Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt werden. Auch müssten die jüngsten Subventionen für fossile Brennstoffe schrittweise wieder abgebaut werden.
Stattdessen sollte das Geld einsetzt werden, um die energetische Sanierung von Häusern, den Einbau von Wärmepumpen und den Umstieg auf Elektroautos zu fördern. Um das Klimaziel für 2030 zu erreichen, müsse außerdem der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 1,4 Mal so schnell steigen wie bisher, während der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe deutlich beschleunigt werden müsse, heißt es in dem Bericht weiter.
Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Bis 2050 will sie klimaneutral sein.
Diese Nachricht wurde am 02.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
