
Wie bei einer Bundestagswahl öffnen die Wahllokale um acht Uhr und schließen um 18 Uhr. Insgesamt haben bis Sonntag rund 400 Millionen Europäer in allen 28 EU-Mitgliedstaaten die Möglichkeit, die 751 Abgeordneten des Europaparlaments zu wählen. Das EU-Parlament wird für fünf Jahre gewählt.
Bei dieser Wahl gibt es ein Novum: Die Parteienblöcke haben erstmals für den wichtigen Posten des EU-Kommissionschefs europaweite Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt. Mit Spannung wird das Abschneiden rechtsextremer, populistischer und euroskeptischer Parteien erwartet. Offizielle Ergebnisse dürfen erst veröffentlicht werden, sobald die letzten Wahllokale in Italien um 23.00 Uhr geschlossen sind.
Die Europawahl hatte am Donnerstag in Großbritannien und den Niederlanden begonnen, am Freitag kamen Irland und Tschechien hinzu. Am Samstag ging die Abstimmung in der Slowakei, in Lettland und Malta weiter, auch in den französischen Überseegebieten wurde gewählt.
Abschlusskundgebungen der Parteien
Einen Tag vor der Europawahl haben die Sozialdcemokraten zu einer Absage an radikale Kräfte aufgerufen. Ihr deutscher Spitzenkandidat Martin Schulz sagte in Aachen, jeder könne durch eine hohe Wahlbeteiligung dafür sorgen, dass extreme Kräfte keine Chance hätten.
Bei der CDU-Abschlusskundgebung zur Europawahl in Worms sprach sich Kanzlerin Angela Merkel mit Blick auf die finanziellen Probleme von EU-Mitgliedsstaaten erneut gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden aus. „Wir sind solidarisch, wir helfen, aber wir verlangen auch von denen, die Hilfe brauchen, dass sie ihre Hausaufgaben machen", sagte sie.
