
Erst dann könne die EU eine angemessene Bewertung vornehmen und weitere Entscheidungen treffen. Ähnlich äußerte sich ein Regierungssprecher in Berlin. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Leibinger, hatte Deutschland und Europa angesichts der Verwirrung um die US-Zollpolitik zu besonnenem Handeln aufgerufen. Leibinger sagte im Deutschlandfunk, das Wichtigste sei nun, stoisch an der eigenen Linie festzuhalten. Die Gespräche zwischen der Europäischen Union und den USA über Zusatzzölle für Autos, Stahl und Aluminium müssten weitergeführt werden. Hier sei man bereits sehr weit gekommen. Leibinger plädierte dafür, das zwischen der EU und den USA ausgehandelte Zollabkommen im Europaparlament zu ratifizieren.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Präsident Trump hatten sich im vergangenen Sommer unter anderem darauf verständigt, dass die meisten EU-Exporte in die USA mit maximal 15 Prozent Zoll belegt werden. Das Abkommen wurde in Teilen bereits umgesetzt, eine Ratifizierung durch das Parlament steht aber noch aus.
US-Zollbehörde stoppt ab morgen bestimmte Zölle
In den USA werden nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofes bestimmte Zölle von morgen an nicht mehr erhoben. Das teilte die US-Zollbehörde in Washington mit. Betroffen sind Zölle, die Trump auf Grundlage eines Notstandsgesetzes erhoben hatte, und die der Oberste Gerichtshof deshalb als unrechtmäßig eingestuft hatte. Nach Angaben des amerikanischen Finanzministers Bessent soll dafür von morgen an auf Basis eines anderen Gesetzes ein neuer Sonderzoll auf alle weltweiten Importe von 15 Prozent in Kraft treten.
Diese Nachricht wurde am 23.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




