
Die EU-Staaten hatten das Freihandelsabkommen mit der südamerikanischen Wirtschaftsorganisation Mercosur gestern gebilligt. Die Vertreter der EU-Staaten stimmten dem Vertragswerk mit qualifizierter Mehrheit zu. Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich und Irland votierten dagegen. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Wochen noch zusätzliche Klauseln zum Schutz der europäischen Wirtschaft ausgehandelt.
Widerstand vor allem aus der Landwirtschaft
Kritiker sehen in dem Abkommen trotzdem eine Gefahr für die europäische Landwirtschaft und befürchten einen Preisverfall. Unter anderem in Deutschland und Frankreich protestierten in den vergangenen Tagen zahlreiche Landwirte. Sie lehnen den Handelspakt ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika fürchten. Befürworter loben das Mercosur-Abkommen als Zeichen gegen die protektionistische Handelspolitik der USA. Bundeskanzler Merz sprach von einem Meilenstein in der europäischen Handelspolitik. Bundesfinanzminister Klingbeil betonte, das Abkommen schaffe neue Impulse für Handel und Wachstum. Arbeitsplätze in Deutschland und Europa würden gesichert.
Die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay hatten sich über 25 Jahre hingezogen. Die neue Freihandelszone mit mehr als 700 Millionen Einwohnern wird nach Angaben der EU-Kommission die weltweit größte dieser Art sein. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen. Die deutsche Wirtschaft dringt bereits seit Jahren auf den Abschluss des Abkommens.
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Diese Nachricht wurde am 10.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
