Grönland
Berlin, Paris und London weisen US-Anspruch zurück

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben den erneut erhobenen US-Anspruch auf Grönland zurückgewiesen. Bundesaußenminister Wadephul sagte im Deutschlandfunk, Grönland und das Königreich Dänemark müssten selbst über ihre Zukunft bestimmen. Die EU verwies auf den Grundsatz der territorialen Souveränität.

    Sschneebedeckte Häuser auf einer Landzunge vom Meer aus gesehen.
    Die grönländische Hauptstadt Nuuk. (Evgeniy Maloletka/AP/dpa)
    Im Rahmen der NATO könne man aber mit den USA über sicherheitspolitische Fragen in der Arktis-Region reden, bekräftigte Wadephul auch im Rahmen seines heutiges Besuchs bei deutschen Soldaten in Litauen.
    Der britische Premierminister Starmer betonte, er stehe an der Seite Dänemarks. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des französischen Außenministeriums. Grönlands Premierminister Nielsen schrieb auf Facebook, Drohungen, Druck ​und Annexionsgerüchte hätten unter Freunden nichts zu suchen.
    US-Präsident Trump hatte in den vergangenen Tagen mehrfach erklärt, dass die Vereinigten Staaten Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit und zur Verteidigung brauchten. Dänemark werde dazu nicht in der Lage sein, meinte Trump.

    "Souveränität anderer Länder müssen respektiert werden"

    Die EU verwies auf den Grundsatz der territorialen Integrität verwiesen. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, man erwarte von allen Partnern, die Souveränität anderer Länder zu respektieren. Die EU werde diese universellen Grundsätze verteidigen.
    Grönlands Regierungschef Nielsen betonte, man sei offen für einen Dialog. Dieser müsse aber über die angemessenen Kanäle und unter Achtung des Völkerrechts geschehen. Dänemarks Regierungschefin Frederiksen sagte, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, einen Teil der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren.

    Trump: "Brauchen Grönland unbedingt"

    Trump hatte den Anspruch seines Landes auf Grönland bekräftigt. Er sagte dem US-Magazin “The Atlantic”, Venezuela sei möglicherweise nicht das letzte Land, in dem die Vereinigten Staaten intervenierten. Die USA brauchten Grönland unbedingt. Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen", argumentierte Trump. Er hatte schon öfter damit gedroht, Grönland den USA einzuverleiben. Auch militärische Mittel schloss er nicht aus.

    Online-Post der Gattin von US-Stabschef Miller

    Das Thema war durch einen Online-Post aus dem Umfeld der US-Regierung wieder in den Blickpunkt gerückt: Die Ehefrau von Trumps Vize-Stabschef Miller hatte eine Grönland-Karte in den Farben der US-Flagge gepostet und mit dem Kommentar "bald" versehen. Grönlands Regierungschef Nielsen hatte schon da protestiert: "Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden." Auch der dänische Botschafter in den USA, Sörensen, ermahnte Washington, die territoriale Integrität des Königreichs zu wahren.
    Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Neue Trump-Äußerungen - Empörung in Grönland und Dänemark
    Diese Nachricht wurde am 05.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.