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EU will Girokonto für alle

Wer kein Girokonto hat, hat in vielen Lebenslagen schlechte Karten. Der Vermieter will nur Mieter, die einen Dauerauftrag einrichten, und für den Handyvertrag ist das Konto ebenfalls eine wichtige Grundlage. Doch die Banken bieten nicht jedem ein Girokonto an. Das soll sich jetzt ändern.

Von Jörg Münchenberg | 05.03.2013

    Ein Girokonto für alle EU-Bürger – das plant offenbar die Europäische Kommission, berichtet heute die "Süddeutsche Zeitung". Demnach will der zuständige Binnenkommissar Michel Barnier schon im Juni einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Ziel der Vorlage sei es, zitiert die Zeitung aus der Vorlage, ein soziales Grundrecht durchzusetzen. Der europäische Binnenmarkt liefere dafür die rechtliche Grundlage. Die Kontoführung soll demnach möglichst kostenfrei sein – nur in Ausnahmen dürften die Banken geringe Gebühren verlangen.

    Laut Kommission sind derzeit rund 30 Millionen EU-Bürger über 18 Jahre ohne Bankkonto – vor allem in Osteuropa sei dies ein großes Problem. In Rumänien und Bulgarien habe sogar jeder zweite Erwachsene kein eigenes Girokonto. In elf Mitgliedsländern gibt es dagegen einen gesetzlich festgeschrieben Anspruch, nicht aber in Deutschland. Hier hat sich die Kreditbranche lediglich auf eine freiwillige Selbstverpflichtung verständigt.