Wegen Teilnahme Russlands
EU will Kunstbiennale von Venedig bestrafen

Die Kunstbiennale von Venedig muss wegen der geplanten Wiedereröffnung des russischen Pavillons mit der Streichung von Zuschüssen der EU rechnen. Das kündigte die europäische Chefdiplomatin Kallas an.

    Der Russische Pavillon bei der Kunstbiennale in Venedig.
    Die geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons auf der Kunstbiennale von Venedig sorgt für Streit. (Felix Hörhager / dpa / Felix Hörhager)
    "Russlands Rückkehr zur Biennale von Venedig ist moralisch falsch und die EU beabsichtigt, ihre Finanzierung zu kürzen", sagte Kallas nach einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass Russland seine eigene Kultur ausstelle, während es in der Ukraine Museen bombardiere, Kirchen zerstöre und versuche, die dortige Kultur auszuradieren.
    Russland hatte zuvor in Abstimmung mit der Biennale-Stiftung erklärt, in diesem Jahr wieder an der weltberühmten Ausstellung für zeitgenössische Kunst teilzunehmen und seinen Pavillon mit Arbeiten einheimischer Künstler zu bestücken. Die Ukraine, aber auch zahlreiche Politiker aus EU-Staaten protestieren dagegen. Die Biennale erklärte, man habe sich an nationale und internationale Vorschriften gehalten und keine Regeln verletzt.

    Keine russische Beteiligung seit 2022

    Die Beteiligung Russlands an der am 9. Mai beginnenden Ausstellung wäre die erste seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar vor vier Jahren. Bei den beiden vorigen Biennalen wurde der russische Pavillon von Russland nicht genutzt: 2022 zogen sich die vorgesehenen Künstler aus Protest gegen den Angriff auf das Nachbarland kurzfristig zurück. 2024 überließ Moskau das Gebäude Bolivien.
    Früheren Angaben zufolge stellt die EU der Biennale-Stiftung derzeit zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Damit hilft sie unter anderem bei der Unterstützung von Filmproduzenten und immersiver Technik.
    Diese Nachricht wurde am 22.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.