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Nach Eklat im Weißen Haus
Europa bemüht sich um Schadensbegrenzung

Nach dem Eklat im Weißen Haus bemühen sich westliche Verbündete der Ukraine um Schadensbegrenzung.

    Nato-Generalsekretär Rutte, vor ihm, verschwommen, mehrere Personen.
    NATO-Generalsekretär Rutte (IMAGO / Belga / IMAGO / JASPER JACOBS)
    Nato-Generalsekretär Rutte forderte den ukrainischen Präsidenten Selenskyj auf, seine Beziehung zu US-Präsident Trump zu verbessern. Die Ukraine brauche die Unterstützung der USA und der europäischen Staaten für einen dauerhaften Frieden, sagte Rutte der BBC. Der polnische Präsident Duda pochte darauf, Selenskyj möge an den Verhandlungstisch zurückkehren. Außer den USA gebe es weltweit keine andere Macht, die die russische Aggression stoppen könne. Frankreichs Präsident Macron forderte die US-Regierung, ihre Position zu überdenken, um auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.
    Zahlreiche Staaten bekundeten ihre Solidarität mit der Ukraine. Bundesaußenministerin Baerbock warb für schnelle Hilfszahlungen der EU. Die Europäer müssten entschlossen für das Völkerrecht einstehen, sagte die Grünen-Politikerin in Berlin. Dafür sei auch eine stärkere deutsche Führungsrolle nötig. Bundeskanzler Scholz hatte bereits gestern erklärt, Kiew könne sich auf Deutschland und Europa verlassen. Mehrere deutsche Politiker forderten erneut eine Reform der Schuldenbremse, um neue Militärausgaben zu finanzieren.
    Selenskyj selbst versuchte ebenfalls zu beschwichtigen. Er bedankte sich nach dem öffentlichen Streit mit Trump auf der Plattform X erneut für die Unterstützung des amerikanischen Volks, so wie es der US-Präsident gefordert hatte. Selenskyj soll am frühen Abend in London mit dem britischen Premierminister Starmer zu einem Krisentreffen zusammenkommen. Morgen nimmt er - ebenfalls in London - an einem Ukraine-Gipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs teil.
    Diese Nachricht wurde am 01.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.