
Kurz vor dem Start der ersten Testphase habe man bereits Anfragen aus über 180 Ländern erhalten, sagte die Mitgründerin von "W Social", Anna Zeiter, im Deutschlandfunk. Auf "W Social" sollen sich alle Nutzer mit einem Ausweis verifizieren müssen, ohne dass ihre Daten gespeichert werden. So soll verhindert werden, dass künstlich generierte Profile entstehen. Interessierte müssen sich derzeit auf eine Warteliste setzen lassen. Im Jahresverlauf soll "W Social" dann den Regelbetrieb aufnehmen.
Gängige Social-Media-Plattformen haben ihren Sitz bislang in den USA oder China. Mitgründerin Zeiter kritisierte, dort sehe man immer mehr künstliche Profile. Sie verwies außerdem darauf, dass Nutzerdaten jeweils in den Betreiberländern gespeichert werden.
Europäische Unternehmen und Investoren finanzieren "W Social"
Finanziert wird "W Social" nach eigenen Angaben von europäischen Unternehmen und Investoren. Betreiber ist ein schwedisches Start-up, die Daten sollen in Finnland verarbeitet werden. Mitgründerin Zeiter erklärte, entgegen früheren Berichten sei die EU bislang nicht finanziell beteiligt. Für Nutzer soll die Verwendung kostenlos sein.
"W Social" basiert auf dem sogenannten AT-Protokoll, einer frei zugänglichen und dezentralen Technik für Kommunikationsplattformen. Nutzer sollen dadurch ihre Profile und Inhalte zwischen den Protokoll-zugehörigen Plattformen austauschen können. Auf diesem Prinzip basiert etwa die als Alternative zu "X" (früher "Twitter") gestartete Plattform "Bluesky" mit Sitz in den USA.
Diese Nachricht wurde am 04.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
