Jüdisches Leben
Europäische Rabbiner verlegen Konferenzsitz nach München

Die Konferenz Europäischer Rabbiner CER hat ihren neuen Hauptsitz in München eröffnet. Die Organisation bezeichnete ihren Umzug nach 67 Jahren von London nach Bayern als historischen Schritt. Damit beginne "eine neue Ära für das Judentum in Deutschland und Europa".

20.09.2023
    Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, mit Kippa und der Rabbiner Pinchas Goldschmidt (r) bei der 32. Generalversammlung der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER).
    Im Mai 2022 hatte schon die Generalversammlung der CER-Rabbiner in München stattgefunden. Bayerns Ministerpräsident Söder lud die Gäste dabei ein, ihre Gesamttreffen künftig immer hier anzuberaumen. (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)
    Die Konferenz, die mehrere hundert Gemeinden zwischen Dublin und Wladiwostok vertritt, plant nach eigenen Angaben umfassende Aus- und Weiterbildungen in jüdischem Recht und eine Stärkung der Frauen in den Kultusgemeinden. Man wolle in und von München aus jüdisches Leben in Europa sichtbarer machen, Vorurteile abbauen und Extremismus bekämpfen.

    "Alle Kräfte gegen Judenhass bündeln"

    Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sagte bei der Eröffnung, mit der Ankunft der Europäischen Rabbinerkonferenz werde München "noch mehr zu einer Hauptstadt des jüdischen Lebens in Europa". Im Kampf gegen Judenhass müssten heute alle Kräfte gebündelt werden.
    Der bayerische Antisemitismus-Beauftrage Spaenle hofft, dass künftig von München aus wichtige Impulse für jüdische Gemeinden und die Bildungsarbeit zu Geschichte, Glauben und Alltag von Jüdinnen und Juden ausgehen. Die bayerische Staatsregierung tfördert künftig die Arbeit der Rabbinerkonferenz jährlich mit 1,5 Millionen Euro.