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Europäischer Islam oder islamisches Europa?

In Europa leben rund 50 Millionen Muslime, die meisten von ihnen in Russland, prozentual den höchsten Bevölkerungsanteil haben sie in Frankreich, gefolgt von den Niederlanden, Griechenland und Deutschland. Im europäischen Teil der Türkei, in Bosnien-Herzegowina und Albanien stellen Muslime sogar die Bevölkerungsmehrheit. Insgesamt stieg der muslimische Bevölkerungsanteil in der EU durch die Erweiterung von 2007 auf 12 Prozent.

Von Christoph Burgmer |
    Solche Zahlen drücken jedoch weder ihre religiösen, kulturellen und ethnischen Unterschiede aus, noch beschreiben sie das Verhältnis zu den christlichen oder atheistischen Mehrheitsgesellschaften. Hat Europa die Muslime verändert? Gibt es einen europäischen Islam? Wie verändert die Präsenz der Muslime Europa? Können Glauben und Moderne im Islam neu zusammenfinden?. Dies waren die zentralen Fragen unserer fünfteiligen Serie "Islam in Europa".

    Zum Abschluss der Reihe bringen wir heute einen Essay von Christoph Burgmer. Darin versucht der Autor, die Alternative "Europäischer Islam oder islamisches Europa" auszuloten. Ausgehend von der Tatsache, dass alle europäischen Muslime eine andere Geschichte und andere kulturelle Wurzeln und ökonomische Bedingungen aufweisen, stellt Burgmer die Frage, wie dennoch ein friedliches Miteinander über alle Vorstellungen einer sogenannten "Leitkultur" hinaus gewährleistet werden könnte.

    Christoph Burgmer ist Publizist und Islamwissenschaftler. Er gab 2004 das Buch "Streit um den Koran. Die Luxenberg-Debatte" heraus. Es befasst sich mit der Entstehungsgeschichte und den Auslegungsproblemen des Korans.

    Manuskript zur Sendung als pdf