Immer wieder wird das grösste Amphitheater des römischen Reiches gesäubert, wird der Travertinstein der Aussenwände von den dunklen Ablagerungen der Auspuffgase befreit. Doch so sehr sich die Restauratoren des städtischen Antikenamtes auch anstrengt: auf jener Seite des Kolosseums, an der sich die Verkehrsstrasse befindet, dunkeln die gigantischen Gesteinsquader schon nach wenigen Monaten nach. Auf diese Weise präsentiert sich das Theater in zwei
Farbtönen: auf der einen Seite das grau-hellbraun des Travertin, auf der anderen der verschmutzte Stein mit seinen schwarzen Schattierungen. Von der Schwierigkeit ein so immenses antikes Erbe wie das von Rom vor Verschmutzung und Zerstörung zu bewahren berichtet eine singuläre Ausstellung, die Roms oberster Kulturhüter Adriano La Regina in der mit grossen Fenstern verschlossenen zweiten Etage des Kolosseums organisiert hat:
Das Charakteristische unserer Städte in Italien, und Rom ist hier das beste Beispiel dafür, ist der Umstand, dass wir einzigartige Bauwerke der römischen Antike unter freiem Himmel stehen haben.
Baudenkmäler, die der Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Da können wir noch so schöne archäologische Parks in unseren Innenstädten einrichten: die Verschmutzung bleibt. Diesem Dreck ist ja nicht nur Antikes ausgesetzt, sondern auch unsere Paläste der Renaissance und des Barock.
La Reginas Ausstellung trägt den Titel "Forma", zu deutsch "Die Form" - ein enigmatischer Titel, der darauf anspielen sollen, dass Roms oberster Kulturhüter in seiner 28jährigen Karriere immer nach den richtigen Lösungen gesucht hat, um die einzigartigen antiken Bauwerke der ewigen Stadt zu
erhalten. Die Kunstschau ist die visuelle Darstellung seiner Versuche Rom vor dem Verfall zu retten. Eine Herkulesaufgabe, die er nur zum Teil als gelungen ansieht:
Ganz generell muss ich sagen, dass wir Kunstverwalter den Kampf gegen die Luftverschmutzung und den Verfall nicht gewonnen haben. Auch wenn Rom in seinem Stadtzentrum eine riesige archäologische Zone besitzt, das Forum Romanum, der Palatin, die
trajanischen Märkte und das Kolosseum, so zerfrisst die Luftverschmutzung des Marmor. Sicherlich, es wird viel restauriert und gut restauriert aber gegen die Zeichen der Zeit kommen wir nicht an.
Der Ausstellungsbesucher bekommt eine Reihe von antiken Skulpturen und Büsten zu sehen, die bis vor wenigen Jahren unter freiem Himmel standen. An ihnen wird deutlich, dass auch wiederholte Restaurierungsversuchen die Zerstörung des Marmors nicht aufhalten: die fein gearbeiteten Gesichtszüge von Porträtbüsten zerbröckeln genauso wie die Faltenwürfe von gemeisselten Togen.
Die Ausstellung erzählt auch die Geschichte der Grabungen auf dem Forum Romanum nach. Eine lange Geschichte, die im 16. Jhdt. beginnt, als die Päpste im ehemaligen Zentrum des römischen Weltreiches Skulpturen aus dem Erdreich holen. Gezeigt werden Bilder aus dem späten 18. Jhdt., als auf dem Forum noch Kühe weideten. Mit der politischen Einigung Italiens 1871
beginnen erste systematische Grabungen. Benito Mussolini zerstört viele ausgegrabene Bauwerke, in dem er 1932 eine sechsspurige Prachtstrasse, die noch heute existierende Via dei Fori Imperiali, über das Forum Romanum baut.
Seit den 70er Jahren des letzten Jhdt. bemühen sich die Kunsthüter Roms darum, Bestehendes zu restaurieren und zu retten. Adriano La Regina versucht seit Jahren die ungemein störende Strasse - die für die meiste Luftverschmutzung verantwortlich ist, abgesehen davon, dass sie inmitten der antiken Gebäude wie ein Faust im Auge wirkt - entfernen zu lassen:
Man erkannt die Foren nicht als architektonische Einheit. Da ist immer die Strasse im Blickfeld. Wir besitzen das komplett erhaltene Zentrum einer antiken Weltstadt und dann ist da mittendrin eine
Hauptstrasse! Zusammen mit dem römischen Architekten Massimiliano Fuskas habe ich ein Projekt entwickelt, mit dem deutlich wird, wie schön diese archäologische Zone sein könnte. Wie sehr wieder alles in einen Kontext passen kann.
Das mehrere Quadratmeter grosse Modell von Fuksas schliesst die Ausstellung: zu sehen sind die gesamten römischen Foren zwischen dem Kapitol und dem Kolosseum. Aus der breiten Strasse ist ein bequemer Fussweg geworden, der den Besucher durch die gewaltigen Ruinen führt, durch die keine Autos mehr fahren. Ein Modell, glaubt Adriano La Regine, dass nie realisiert werden
wird, weil Roms Bürgermeister, davon ist er leider überzeugt, nicht begreifen wollen, dass das Forum Romanum so schnell wie möglich vom Autoverkehr befreit werden muss.
Farbtönen: auf der einen Seite das grau-hellbraun des Travertin, auf der anderen der verschmutzte Stein mit seinen schwarzen Schattierungen. Von der Schwierigkeit ein so immenses antikes Erbe wie das von Rom vor Verschmutzung und Zerstörung zu bewahren berichtet eine singuläre Ausstellung, die Roms oberster Kulturhüter Adriano La Regina in der mit grossen Fenstern verschlossenen zweiten Etage des Kolosseums organisiert hat:
Das Charakteristische unserer Städte in Italien, und Rom ist hier das beste Beispiel dafür, ist der Umstand, dass wir einzigartige Bauwerke der römischen Antike unter freiem Himmel stehen haben.
Baudenkmäler, die der Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Da können wir noch so schöne archäologische Parks in unseren Innenstädten einrichten: die Verschmutzung bleibt. Diesem Dreck ist ja nicht nur Antikes ausgesetzt, sondern auch unsere Paläste der Renaissance und des Barock.
La Reginas Ausstellung trägt den Titel "Forma", zu deutsch "Die Form" - ein enigmatischer Titel, der darauf anspielen sollen, dass Roms oberster Kulturhüter in seiner 28jährigen Karriere immer nach den richtigen Lösungen gesucht hat, um die einzigartigen antiken Bauwerke der ewigen Stadt zu
erhalten. Die Kunstschau ist die visuelle Darstellung seiner Versuche Rom vor dem Verfall zu retten. Eine Herkulesaufgabe, die er nur zum Teil als gelungen ansieht:
Ganz generell muss ich sagen, dass wir Kunstverwalter den Kampf gegen die Luftverschmutzung und den Verfall nicht gewonnen haben. Auch wenn Rom in seinem Stadtzentrum eine riesige archäologische Zone besitzt, das Forum Romanum, der Palatin, die
trajanischen Märkte und das Kolosseum, so zerfrisst die Luftverschmutzung des Marmor. Sicherlich, es wird viel restauriert und gut restauriert aber gegen die Zeichen der Zeit kommen wir nicht an.
Der Ausstellungsbesucher bekommt eine Reihe von antiken Skulpturen und Büsten zu sehen, die bis vor wenigen Jahren unter freiem Himmel standen. An ihnen wird deutlich, dass auch wiederholte Restaurierungsversuchen die Zerstörung des Marmors nicht aufhalten: die fein gearbeiteten Gesichtszüge von Porträtbüsten zerbröckeln genauso wie die Faltenwürfe von gemeisselten Togen.
Die Ausstellung erzählt auch die Geschichte der Grabungen auf dem Forum Romanum nach. Eine lange Geschichte, die im 16. Jhdt. beginnt, als die Päpste im ehemaligen Zentrum des römischen Weltreiches Skulpturen aus dem Erdreich holen. Gezeigt werden Bilder aus dem späten 18. Jhdt., als auf dem Forum noch Kühe weideten. Mit der politischen Einigung Italiens 1871
beginnen erste systematische Grabungen. Benito Mussolini zerstört viele ausgegrabene Bauwerke, in dem er 1932 eine sechsspurige Prachtstrasse, die noch heute existierende Via dei Fori Imperiali, über das Forum Romanum baut.
Seit den 70er Jahren des letzten Jhdt. bemühen sich die Kunsthüter Roms darum, Bestehendes zu restaurieren und zu retten. Adriano La Regina versucht seit Jahren die ungemein störende Strasse - die für die meiste Luftverschmutzung verantwortlich ist, abgesehen davon, dass sie inmitten der antiken Gebäude wie ein Faust im Auge wirkt - entfernen zu lassen:
Man erkannt die Foren nicht als architektonische Einheit. Da ist immer die Strasse im Blickfeld. Wir besitzen das komplett erhaltene Zentrum einer antiken Weltstadt und dann ist da mittendrin eine
Hauptstrasse! Zusammen mit dem römischen Architekten Massimiliano Fuskas habe ich ein Projekt entwickelt, mit dem deutlich wird, wie schön diese archäologische Zone sein könnte. Wie sehr wieder alles in einen Kontext passen kann.
Das mehrere Quadratmeter grosse Modell von Fuksas schliesst die Ausstellung: zu sehen sind die gesamten römischen Foren zwischen dem Kapitol und dem Kolosseum. Aus der breiten Strasse ist ein bequemer Fussweg geworden, der den Besucher durch die gewaltigen Ruinen führt, durch die keine Autos mehr fahren. Ein Modell, glaubt Adriano La Regine, dass nie realisiert werden
wird, weil Roms Bürgermeister, davon ist er leider überzeugt, nicht begreifen wollen, dass das Forum Romanum so schnell wie möglich vom Autoverkehr befreit werden muss.