Atomkraft
Ex-Grünen-Bundestagsabgeordneter Trittin: "Renaissance der Kernenergie ist eine Lüge"

Der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Trittin hat die Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen zu einer Renaissance der Kernenergie als falsch kritisiert.

    Nahaufnahme von Jürgen Trittin mit unscharfem Hintergrund. Der frühere Umweltminister ist in eine Debatte vertieft.
    Der frühere Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) (picture alliance / Sven Simon / Malte Ossowski)
    Die Ansicht der Brüsseler Behörde, Atomstrom sei sauber und bezahlbar, stimme nicht, sagte Trittin im Deutschlandfunk. Kostengünstige Kernenergie sei nur produzierbar, wenn sie subventioniert würde. In der Hoffnung, sich unabhängiger von importiertem Öl und Gas zu machen, werde man stattdessen abhängig von Uran-Importen - und erneut auch von Russland. Als Beispiel nannte er den Bau eines Atomkraftwerks im EU-Mitgliedsland Ungarn in Zusammenarbeit mit dem russischen Atomkonzern Rosatom. Der Grünen-Politiker betonte, Unabhängigkeit
    könne lediglich durch den Ausbau von heimischen Erneuerbaren Energien erreicht werden.
    Auf der internationalen Konferenz zur Kernenergie gestern in Paris hatte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen die Abkehr von der Atomkraft als Fehler bezeichnet und eine neue Strategie für kleinere Reaktoren angekündigt. Bundesumweltminister Schneider kritisierte dies als "rückwärtsgewandt" und erklärte, Deutschland halte am Ausstieg aus der Kernenergie fest.
    Diese Nachricht wurde am 11.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.