
Das gab die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) bekannt. Den Angaben zufolge wird Pechstein den Posten zusätzlich zu ihrer aktuellen Hauptfunktion als Bundesstützpunkt-Trainerin in Inzell ausführen. Für den Bereich Sprint ist - ebenfalls kommissarisch - der derzeitige Nachwuchstrainer Andreas Kraus zuständig.
Die DESG teilte mit, die Entscheidung gebe dem Verband und dem deutschen Eisschnelllauf Planungssicherheit bis zum Jahresende. Bis dahin habe man "ausreichend Zeit, um einen geordneten Bewerbungsprozess durchzuführen", erklärte DESG-Präsident Matthias Große, der zugleich Ehemann von Pechstein ist.
Vorgänger Contin zurück nach Frankreich
Die 54-Jährige folgt auf Alexis Contin, der in seiner Heimat Frankreich die Entwicklung der Nationalmannschaft mit Blick auf die Winterspiele 2030 im eigenen Land fördern soll. Um Contin hatte es bei den diesjährigen Winterspielen in Mailand Wirbel gegeben, nachdem Eisschnellläufer Fridtjof Petzold ein gestörtes Verhältnis zu ihm beklagt hatte. Die Vorwürfe waren von der mit Contin verheirateten DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz zurückgewiesen worden.
Viermal Olympia, null Medaillen
Die Olympia-Bilanz der deutschen Eisschnellläufer war auch bei den jüngsten Spielen glanzlos: Zum vierten Mal in Folge gewannen sie bei Olympia keine einzige Medaille. Zudem hatte es seit Olympia viel Unruhe um die DESG gegeben. Zu Beginn der Winterspiele in Italien hatte ein "Sportschau"-Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze für Aufsehen gesorgt. Bei einem Medientermin nach Olympia hatte die Verbandsführung daraufhin zwei ARD-Journalisten mit einem Hausverbot belegt und damit heftige Kritik ausgelöst.
Diese Nachricht wurde am 19.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
