Nepal
Ex-Regierungschef und Innenminister festgenommen - Vorwurf der Mitverantwortung für gewaltsame Niederschlagung von Protesten

In Nepal sind nach dem Regierungswechsel der letzte Premierminister Oli und sein damaliger Innenminister Lekhak festgenommen worden.

    Die Polizei setzt bei Zusammenstößen vor dem Parlamentsgebäude in Kathmandu Wasserwerfer gegen Demonstranten ein.
    Zusammenstöße vor dem Parlament in Kathmandu im vergangenen September (AP / Niranjan Shrestha)
    Ihnen wird eine Mitverantwortung für die brutale Niederschlagung von Massenprotesten vorgeworfen, wie ein Polizeisprecher sagte. Am Vortag war der neue Regierungschef Shah vereidigt worden. Seine Partei RSP hatte bei der Wahl die absolute Mehrheit der Sitze im Abgeordnetenhaus erhalten.
    Die Abstimmung fand rund ein halbes Jahr nach Massenprotesten statt, die zum Rücktritt der Regierung geführt hatten. Vor allem junge Menschen protestierten im Herbst gegen Korruption, Zensur und Vetternwirtschaft. Die Demonstrationen arteten in Gewalt aus, als Sicherheitskräfte auf die Teilnehmer schossen. Mehr als 70 Menschen wurden getötet.
    In einem von der nepalesischen Regierung in Auftrag gegebenen Bericht zu den Vorkommnissen hieß es, zwar könne nicht nachgewiesen werden, dass die Regierung einen Schießbefehl erteilt habe. Es seien aber auch keine Anstrengungen unternommen worden, die Gewalt zu stoppen. 
    Diese Nachricht wurde am 28.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.