Politik
Ex-Verfassungsgerichtspräsident Papier für Änderung der Fünf-Prozent-Hürde

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Papier, hält die Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestags- und Landtagswahlen für nicht mehr zeitgemäß. Er plädiere dafür, die Sperrklausel auf drei Prozent zu senken, sagte er dem "Tagesspiegel".

    Der ehemalige Bundesverfassungsgerichtsprädient Hans-Jürgen Papier beim Trauerstaatsakt für Rita Süssmuth.
    Hans-Jürgen Papier (IMAGO / ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler)
    Grundsätzlich sei eine Sperrklausel verfassungsrechtlich legitimierbar, weil sie die Funktionsfähigkeit des Bundestages schütze. Bei der Wahl 2025 seien jedoch 6,8 Millionen von 49,6 Millionen gültigen Zweitstimmen "unter den Tisch gefallen", weil sie auf Parteien entfielen, die weniger als fünf Prozent erzielten, sagte Papier.

    Papier zu Fünf-Prozent-Hürde: Gefahr der "partiepolitischen Versteinerung"

    Eine vitale Demokratie lebe davon, dass neue Parteien entstehen könnten, betonte Papier. Mit der derzeitigen Fünf-Prozent-Hürde sei es sehr schwer, eine Partei zu gründen, aufzubauen und zu erhalten. Das führe zur Gefahr der parteipolitischen Versteinerung.
    Bei der Bundestagswahl 2025 war das BSW mit 4,981 Prozent äußerst knapp nicht ins Parlament eingezogen. Auf die FDP entfielen 4,3 Prozent.
    Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.