Flammen fressen sich durch das Unterholz eines Waldes im Massif de Fontfroide, im französischen Mittelmeer-Département Aude. Die morgendliche Sonne durchzieht den Qualm zwischen den niedrigen Pinienstämmen. Ein Feuerwehrmann träufelt aus einer Drip-Torch, einer großen Kanne mit einem Benzin-Diesel-Gemisch, brennende Flüssigkeit auf den Waldboden. Von der schmalen Schneise aus, die die Feuerwehr zum benachbarten Waldstück geschlagen hat, schauen Studenten aus Deutschland zu, darunter auch Tobias Rees.
"Hier sieht man jetzt ökologische Feuer, die Strauchschicht wird weg gebrannt und das dient dem natürlichen Feuerschutz und dass keine großflächigen Brände im Sommer entstehen können."
Tobias Rees studiert im dritten Semester Geographie an der Universität Karlsruhe. Zusammen mit vier Kommilitonen und seinem Dozenten Christophe Neff beobachtet er hier etwas, was er in Deutschland nicht zu sehen bekommt: Brandschutz mit Feuer. Die französische Feuerwehr und die Forstbehörde ONF brennen auf ausgewählten Waldflächen das Unterholz ab, damit sie im Sommer größere Brände leichter eindämmen können: Sie vernichten schon jetzt dessen Nahrung.
Der Unterschied ist deutlich zu sehen: Wo nicht gebrannt wurde, ist das Dickicht undurchdringlich, nach dem kontrollierten Feuer bleiben fast nur die Bäume stehen. Für Dozent Christophe Neff ein Bild wie aus dem Lehrbuch:
"Das ist eigentlich für die Studierenden ein sehr gutes Beispiel; also besser kann man es nicht sehen, weil man beides auf nächster Nähe hat, also wir haben sozusagen das Schreckensszenario eines mediterranen Feuerwehrmanns und hier die Optimallösung aus Präventionssicht."
Die Saison der kontrollierten Brände ist kurz: Lediglich im Winter und nur, wenn die Luft trocken genug ist und etwas Wind geht, können Forstarbeiter und Feuerwehr wie hier im Wald brennen. Das ist auch der Grund dafür, warum Neff für die Exkursion mitten in der Vorlesungszeit überhaupt eine Genehmigung von seinem Institutsleiter bekommen hat.
Das Angebot ist außergewöhnlich, das zeigt auch die Tatsache, dass lediglich ein einziger Student einen Schein bei dieser Exkursion erwirbt, die übrigen sind ohne Gegenleistung dabei, sagt Neff.
"Die fahren mit, weil sie einfach Interesse an der Thematik haben, weil Waldbrandfolgenforschung ist eben sehr interessant für die, und sie können es ja in Deutschland nirgendwo anschauen. Also nicht in diesem professionellen Rahmen und nicht in dieser Größenordnung und natürlich auch nicht in mediterranen Ökosystemen, wo das ja auch eine ganz andere Bedeutung hat als bei uns. Bei uns wird ja meistens meines Wissens eher aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes gebrannt, während hier geht es nur um Brandprävention."
Zudem sind, sagt der Forscher, in Deutschland die gesetzlichen Bestimmungen viel strenger, so dass selbst wissenschaftliche Feuer oft schon an der Genehmigung scheitern. Doch der Wissenschaftler ist überzeugt: Waldbrände werden in Zukunft häufiger auftreten; sowohl rund um das Mittelmeer als auch in unseren Breiten. Als Folge der anhaltenden Landflucht verbuschen immer mehr Felder und Weiden. Also sind Buschfeuer vorprogrammiert.
Das Fachwissen darüber holen sich die Studierenden hier aus erster Hand. Auf engstem Raum lernen sie die Ursachen und die ökologischen Folgen der Feuer kennen – und sie lernen, wie die Fachleute in Frankreich Brände bekämpfen. Nirgendwo sonst können sie so professionell Brandvorsorge beobachten. Die französischen Feuerwehren sind rund ums Mittelmeer als absolute Experten anerkannt. Das ist auch für Studentin Anne Dorfmüller das Besondere an diesem Ausflug:
"Weil man bei keiner anderen Exkursion Feuer zu sehen bekommt, sondern bei anderen Exkursionen schaut man sich die Landschaft an, die Vegetation und hier große Feuer, gerade in Deutschland existieren sie einfach nicht, weil es eben so großflächig nicht erlaubt ist, und deswegen ist es schon auch imposant, das sind ja auch diese typischen Kindheitsvorstellungen so: Mit Feuerwehr unterwegs zu sein, das fand ich auch sehr beeindruckend."
Obwohl es an den Unis in Karlsruhe oder Freiburg bereits seit vielen Jahren Erfahrungen mit Feuerökologie gibt, fristet das Fach in Deutschland eher ein Schattendasein. Daran soll sich etwas ändern. Die Universität Karlsruhe baut gerade einen Schwerpunkt Feuerökologie auf.
Doch die Mehrheit der Geographen sieht ihre berufliche Perspektive nicht in diesem Bereich, denn die meisten werden Lehrer. Die Bedeutung der Feuerökologie liegt eher in der Forschung. Auch die Erfahrungen von Tobias Rees und Anne Dorfmüller werden vorerst nur in Seminararbeiten einfließen.
"Hier sieht man jetzt ökologische Feuer, die Strauchschicht wird weg gebrannt und das dient dem natürlichen Feuerschutz und dass keine großflächigen Brände im Sommer entstehen können."
Tobias Rees studiert im dritten Semester Geographie an der Universität Karlsruhe. Zusammen mit vier Kommilitonen und seinem Dozenten Christophe Neff beobachtet er hier etwas, was er in Deutschland nicht zu sehen bekommt: Brandschutz mit Feuer. Die französische Feuerwehr und die Forstbehörde ONF brennen auf ausgewählten Waldflächen das Unterholz ab, damit sie im Sommer größere Brände leichter eindämmen können: Sie vernichten schon jetzt dessen Nahrung.
Der Unterschied ist deutlich zu sehen: Wo nicht gebrannt wurde, ist das Dickicht undurchdringlich, nach dem kontrollierten Feuer bleiben fast nur die Bäume stehen. Für Dozent Christophe Neff ein Bild wie aus dem Lehrbuch:
"Das ist eigentlich für die Studierenden ein sehr gutes Beispiel; also besser kann man es nicht sehen, weil man beides auf nächster Nähe hat, also wir haben sozusagen das Schreckensszenario eines mediterranen Feuerwehrmanns und hier die Optimallösung aus Präventionssicht."
Die Saison der kontrollierten Brände ist kurz: Lediglich im Winter und nur, wenn die Luft trocken genug ist und etwas Wind geht, können Forstarbeiter und Feuerwehr wie hier im Wald brennen. Das ist auch der Grund dafür, warum Neff für die Exkursion mitten in der Vorlesungszeit überhaupt eine Genehmigung von seinem Institutsleiter bekommen hat.
Das Angebot ist außergewöhnlich, das zeigt auch die Tatsache, dass lediglich ein einziger Student einen Schein bei dieser Exkursion erwirbt, die übrigen sind ohne Gegenleistung dabei, sagt Neff.
"Die fahren mit, weil sie einfach Interesse an der Thematik haben, weil Waldbrandfolgenforschung ist eben sehr interessant für die, und sie können es ja in Deutschland nirgendwo anschauen. Also nicht in diesem professionellen Rahmen und nicht in dieser Größenordnung und natürlich auch nicht in mediterranen Ökosystemen, wo das ja auch eine ganz andere Bedeutung hat als bei uns. Bei uns wird ja meistens meines Wissens eher aus Gründen des Natur- und Landschaftsschutzes gebrannt, während hier geht es nur um Brandprävention."
Zudem sind, sagt der Forscher, in Deutschland die gesetzlichen Bestimmungen viel strenger, so dass selbst wissenschaftliche Feuer oft schon an der Genehmigung scheitern. Doch der Wissenschaftler ist überzeugt: Waldbrände werden in Zukunft häufiger auftreten; sowohl rund um das Mittelmeer als auch in unseren Breiten. Als Folge der anhaltenden Landflucht verbuschen immer mehr Felder und Weiden. Also sind Buschfeuer vorprogrammiert.
Das Fachwissen darüber holen sich die Studierenden hier aus erster Hand. Auf engstem Raum lernen sie die Ursachen und die ökologischen Folgen der Feuer kennen – und sie lernen, wie die Fachleute in Frankreich Brände bekämpfen. Nirgendwo sonst können sie so professionell Brandvorsorge beobachten. Die französischen Feuerwehren sind rund ums Mittelmeer als absolute Experten anerkannt. Das ist auch für Studentin Anne Dorfmüller das Besondere an diesem Ausflug:
"Weil man bei keiner anderen Exkursion Feuer zu sehen bekommt, sondern bei anderen Exkursionen schaut man sich die Landschaft an, die Vegetation und hier große Feuer, gerade in Deutschland existieren sie einfach nicht, weil es eben so großflächig nicht erlaubt ist, und deswegen ist es schon auch imposant, das sind ja auch diese typischen Kindheitsvorstellungen so: Mit Feuerwehr unterwegs zu sein, das fand ich auch sehr beeindruckend."
Obwohl es an den Unis in Karlsruhe oder Freiburg bereits seit vielen Jahren Erfahrungen mit Feuerökologie gibt, fristet das Fach in Deutschland eher ein Schattendasein. Daran soll sich etwas ändern. Die Universität Karlsruhe baut gerade einen Schwerpunkt Feuerökologie auf.
Doch die Mehrheit der Geographen sieht ihre berufliche Perspektive nicht in diesem Bereich, denn die meisten werden Lehrer. Die Bedeutung der Feuerökologie liegt eher in der Forschung. Auch die Erfahrungen von Tobias Rees und Anne Dorfmüller werden vorerst nur in Seminararbeiten einfließen.