Invasive Art
Experten: "Asiatische Tigermücke bald auch in Norddeutschland unterwegs"

Die Asiatische Tigermücke wird sich nach der Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald in Zukunft auch in Norddeutschland ausbreiten. Die Mücke stammt ursprünglich aus dem asiatisch-pazifischen Raum, inzwischen gibt es aber auch in Deutschland viele fest etablierte Populationen.

    Eine Asiatische Tigermücke sitzt auf menschlicher Haut.
    Asiatische Tigermücken können theoretisch auch das Dengue-Fieber übertragen. (IMAGO / blickwinkel / IMAGO / H. Schmidbauer)
    Das Institut betreibt ein Labor für Stechmücken-Monitoring. Biologe Helge Kampen sagte der Deutschen Presse-Agentur, früher oder später werde die Mücke nach Norddeutschland kommen. Aufgetreten ist sie dem Institut zufolge bisher vor allem im Südwesten Deutschlands. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern seien die Mücken noch nicht beobachtet worden. Dass sich dort bisher noch keine Population gefunden habe, sei Zufall, sagte Kampen.
    Seit den 1990er Jahren hat sich die Mückenart massiv in Südeuropa und Teilen Mitteleuropas ausgebreitet. Von dort gelangen die Mücken beispielsweise in Lastwagen oder in Autos von Urlaubern auch bis nach Deutschland.

    Mücken können tropische Viren übertragen

    Die körperlichen Beschwerden nach einem Stich unterscheiden sich normalerweise nicht von anderen Mückenstichen. Die Asiatische Tigermücke kann jedoch Krankheitserreger wie das Dengue-, das Zika- oder das Chikungunya-Virus übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke eine solche Erkrankung durch einen Stich übertragen hat. Experten halten das wegen des Klimawandels aber nur für eine Frage der Zeit.
    Diese Nachricht wurde am 14.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.