
Die Berechnungen der Experten beziehen sich auf den sogenannten Nankai-Graben. Dieser ist etwa 800 Kilometer lang und verläuft vor der japanischen Westküste im Pazifik, wo zwei tektonische Platten aufeinandertreffen. In den vergangenen 1.400 Jahren ereignete sich am Nankai-Graben den Angaben zufolge alle 100 bis 200 Jahre ein "Mega-Beben", zuletzt im Jahr 1946.
Experten: Risiko für starkes Erdbeben steigt jedes Jahr um ein Prozent
Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren starken Erdbebens steige jedes Jahr um etwa ein Prozent, erläuterte ein Vertreter des Expertengremiums. Schätzungen zufolge könnten kleinere Inseln vor der Küste von mehr als 30 Meter hohen Tsumani-Wellen überrollt werden. Aber auch dicht besiedelte Gebiete auf den japanischen Hauptinseln Honshu und Shikoku würden binnen Minuten von riesigen Wellen getroffen.
Im August vergangenen Jahres hatte die japanische Wetter- und Erdbebenbehörde nach einem Erdstoß der Stärke 7,1 erstmals seit der Einrichtung eines neuen Warnsystems im Jahr 2011 vor einem "Mega-Beben" am Nankai-Graben gewarnt. Die Warnung löste vielerorts Panikkäufe aus, wurde nach einer Woche aber wieder aufgehoben.
Japan liegt in einem der tektonisch aktivsten Gebiete der Welt. Der Inselstaat wird jedes Jahr von etwa 1.500 Erdbeben erschüttert, die meisten davon sind weniger stark.
Diese Nachricht wurde am 17.01.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.