Sonntag, 22. Mai 2022

Fake-News als Wahlkampfmittel
Die Strategie hinter den Verschwörungstheorien

Obama ist nicht in den USA geboren. Den Klimawandel gibt es nicht: Mit solchen Verschwörungstheorien ist der künftige US-Präsident Donald Trump erfolgreich auf Wählerfang gegangen. Auch in Europa werden Verschwörungstheorien und Falschmeldungen – sogenannten Fake-News – zunehmend als Wahlkampfmittel eingesetzt. Was bedeutet das für künftige Wahlkämpfe? Drei Wissenschaftler kommentieren und erklären.

24.11.2016

Facebook-Chef Mark Zuckerberg will verstärkt gegen Fake-News in seinem Sozialen Netzwerk vorgehen. Während des US-Wahlkampfs verbreiteten sich zahlreiche Falschmeldungen wie "Hillary Clinton ist an Aids erkrankt" oder "Trump höchstpersönlich hat mit seinem Flugzeug Elite-Soldaten gerettet". Trump selbst hat solche Verschwörungstheorien und Fake-News bei öffentlichen Auftritten oder über seine Social Media-Kanäle in Umlauf gebracht.
"Für Trump geht es nicht um Wahrheit. Er empfindet sie als störend", meint Kulturwissenschaftler Dimitri Almeida dazu. Eine Analyse des US-amerikanischen Medienunternehmens "Buzzfeed" hat jüngst ergeben, dass die 20 beliebtesten Fake-News zur US-Wahl auf Facebook öfter kommentiert, geliked und geteilt wurden als die 20 beliebtesten Nachrichtenartikel zur US-Wahl. Kurz: Verschwörungstheorien und Falschmeldungen haben aktuell Hochkonjunktur – insbesondere in Sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Welche Strategie steckt hinter dem Verbreiten solcher News und was bedeutet die Entwicklung für Wahlkämpfe in Europa?
Thomas Noetzel (Professor der Politikwissenschaft, Universität Marburg), Jan Süselbeck (Professor der Germanistik, University of Calgary) und Dimitri Almeida (Kulturwissenschaftler, Universität Göttingen) forschen zu Verschwörungstheorien. Im Video kommentieren sie fünf Verschwörungstheorien und Fake-News von Donald Trump. Zudem erklären sie, welchen Einfluss diese auf den Ausgang der US-Wahl hatten und wie das Wahlkämpfe in Europa verändern wird.