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Fallen, Fettnäpfchen, Verfehlungen

Aus dem Negerkönig wird ein Südseekönig, aus einem Bild mit Stinkefinger ein Skandal: Manche halten die politische Korrektheit und Moral bei vielen Themen für übertrieben. Oft werden jedoch ethisches und religiöses Empfinden verletzt. Die Grenze ist nur schwer auszumachen.

Eine Sendung von Dörte Hinrichs und Petra Ensminger |
    Er ist der Vater von Pippi Langstrumpf und er ist - nein, er war ein Negerkönig. Was die Autorin Astrid Lindgren vor mehr als 50 Jahren noch ohne Probleme schreiben konnte, gilt heute als rassistisch. Der Verlag hat aus dem Negerkönig nun einen Südseekönig gemacht.

    Und auch andere Kinderbuchklassiker wurden in diesem Sinne überarbeitet, begleitet allerdings von Diskussionen, wie weit politische Korrektheit tatsächlich gehen sollte oder darf.

    "Das ist nicht PC", heißt es, und mancher kritisiert inzwischen einen verkrampften Umgang mit unserer Moral. Auch im Wahlkampf bekommen Spitzenpolitiker zu spüren, was es heißt moralische Grenzen zu überschreiten - wie jüngst an der Debatte um den Stinkefinger des SPD-Kanzlerkandidaten Steinbrück abzulesen ist. So etwas tut man nicht.

    Was darf man hierzulande sagen - und was nicht? Auf welchen Gebieten existieren Tabus und Redeverbote, wie haben sie sich entwickelt und welchen Sinn verfolgen sie? Wie weit geht die Freiheit der Meinungsäußerung und wann ist das ethische und religiöse Empfinden verletzt? Wie beeinflusst unsere Sprache das Denken?

    Darüber diskutieren wir mit Experten im Studio mit:

    • Marius Jung, Kabarettist
    • Prof. Ulrich Ammon, Soziolinguist, Universität Duisburg-Essen
    • Stephan Detjen, Chefkorrespondent Deutschlandradio

    Rufen Sie uns an, wie immer kostenfrei, unter Tel. 00800 44 64 44 64 oder mailen Sie uns an lebenszeit@dradio.de.

    Studiogäste:

    - Leo Fischer, Chefredakteur der Zeitschrift "Titanic"
    - Marius Jung, Kabarettist
    - Prof. Ulrich Ammon, Soziolinguist, Universität Duisburg-Essen