Studie
Farbe eines Konzertsaals verändert die Klangwahrnehmung

Die Farbgestaltung eines Konzertsaals kann beeinflussen, wie Zuhörer Musik klanglich wahrnehmen. Eine Studie zeigt: In dunkleren Sälen mit weniger gesättigten Farben gefällt Musik vielen Menschen besser als in Räumen mit eher hellen und knalligen Farben.

    Der renovierte große Konzertsaal der Beethovenhalle in Bonn mit blauen Sitzen und Deckenbeleuchtung.
    Wie wirkt sich die Raumgestaltung auf die Klangwahrnehmung bei Konzerten aus? (picture alliance / Bonn.digital)
    Wie Studienautor Stefan Weinzierl von der Technischen Universität Berlin der Deutschen Presse-Agentur erklärte, wird der Klang der Musik in helleren Räumen mit knalligeren Farben zudem eher als kalt empfunden. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Wahrnehmung stärker mit visuellen Eindrücken verknüpft ist als bislang angenommen." Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of the Acoustical Society of America veröffentlicht. 
    An der Studie nahmen 48 Versuchspersonen teil. Für die Untersuchung setzten sie Virtual Reality-Brillen auf, die sie in virtuelle Varianten des Kammermusiksaals im Berliner Konzerthaus versetzten. Der Saal erschien in unterschiedlichen Farbtönen sowie in unterschiedlicher Helligkeit und Sättigung. Insgesamt wurden den Angaben nach zwölf unterschiedlich gestaltete Farbumgebungen in Rot-, Grün- und Blautönen getestet – etwa durch unterschiedliche Farbgestaltungen von Sitzbezügen und Bühnenhintergrund. 
    Die Teilnehmenden hörten vier Musikstücke aus unterschiedlichen Epochen mit unterschiedlichem Tempo. Anschließend bewerteten sie diese auf einer Skala von 1 bis 10 unter anderem nach Kriterien wie persönlichem Gefallen, wahrgenommener Lautstärke, Wärme, Halligkeit und Klangfarbe. Am stärksten beeinflusste die Raumgestaltung die wahrgenommene Klangfarbe. Auf die Wahrnehmung der Lautstärke hatte die Farbgebung hingegen keinen messbaren Effekt.
    Diese Nachricht wurde am 05.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.