
Der größte Anteil von Hitzetoten entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Insgesamt sterben zudem mehr Frauen als Männer infolge extremer Temperaturen, was sich aber laut RKI auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurückführen lässt.
Hitze allein ist sehr selten die unmittelbare Todesursache, in den meisten Fällen ist es eine Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- oder Nierenerkrankungen, die zum Tod führt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein nicht als Todesursache angegeben und taucht auch nicht in der Todesursachenstatistik auf. Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird mit Hilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze berechnet.
Wirksamer Hitzeschutz für Kliniken, Pflegeheime, etc. bleibt Thema
Der Sozialverband Deutschland forderte einen wirksamen Hitzeschutz in allen öffentlichen Einrichtungen, Kliniken und Pflegeheimen. Man brauche bundesweit verbindliche Mindeststandards. Der Bund dürfe die Verantwortung nicht länger auf Länder, Kommunen oder einzelne Träger abschieben. Hitzeschutz sei Teil der staatlichen Daseinsvorsorge und müsse dauerhaft finanziert werden, sagte die Verbandsvorsitzende Engelmeier.
Der Deutsche Städtetag forderte von Bund und Ländern deutlich mehr finanzielle Förderung für Maßnahmen zur Anpassung an das sich verändernde Klima. Hauptgeschäftsführer Schuchardt sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, das sei kein "Nice to have", sondern existenziell für die hiesige Zukunft. Für die Städte sei die Anpassung an die Erhitzung eine Daueraufgabe, die Jahrzehnte benötigen werde.
Kommunen brauchen Milliarden für Klimaanpassung
Laut Schuchardt geht es um Milliardeninvestitionen, die die Kommunen angesichts ihrer dramatischen Finanzlage allein nicht stemmen können. Weiter erklärte er, die Umsetzung von Konzepten zur Hitzevorsorge wie Entsiegelung, Stadtgrün oder Wasseraufnahme müsse "dauerhaft und planbar" von Bund und Ländern mitfinanziert werden. Bestehende Förderprogramme reichten dazu nicht aus, fügte der Städtetags-Hauptgeschäftsführer hinzu.
Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
