Brauchtum
Fastnachtzünfte verteidigen "Saublodere"-Tradition - mit Luft gefüllte Schweineblasen vom Metzger

Karnevalisten in Baden-Württemberg haben die Tradition der "Saublodere" verteidigt. Was woanders im Schlachtabfall landet, gilt in Rottenburg und vielen anderen Fastnachtsorten der Region als Markenzeichen der Narretei.

    Schweineblasen hängen an einem Seil.
    Die Produktion von traditionellen Fastnachts-"Saublodere" übernehmen Metzger. (dpa / Bernd Weißbrod)
    Mit Luft gefüllte Schweinsblasen werden dabei mit voller Wucht auf den Boden geschlagen, sodass die nach Urin stinkenden Blasen ohrenbetäubenden Lärm erzeugen – und nicht selten auch unvorbereitete Zuschauer treffen. Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzüfte betonte, man würde der Fastnacht ihren Sinn nehmen, wenn Essen, Trinken und das bewusste "Über-die-Stränge-Schlagen" eingedampft würden. Die Saublodere gehöre dazu, wie das bunte Ei zu Ostern.
    Fastnachtszünfte lassen sich die Schweinsblasen jedes Jahr von Metzgern liefern. Die "Saublodere" werden aufgeblasen und an Schnüren befestigt – teils an Holzstäben, teils am Genital eines geschlachteten Bullen oder am Schwanz einer Kuh. Laut der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzüfte dient die Schweinsblase als Neckinstrument und Krachmacher. Gleichzeitig stehe sie symbolisch für eine der Todsünden, die Eitelkeit: ein aufgeblasenes, hohles Nichts, das mitunter auch stinke.
    Diese Nachricht wurde am 01.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.