Verkehrsprojekt
Fehmarnbelt-Projekt kämpft mit Rückstand

Der Bau der Fehmarnbeltquerung hat auf deutscher wie auch auf dänischer Seite mit Verzögerungen zu kämpfen. Wie und wann genau es weitergeht, soll laut Bundesverkehrsminister Schnieder im Herbst geklärt werden.

    Auf einer riesigen Baustelle stehen mehrere Kräne, Menschen in Overalls arbeiten am Boden. Im Hintergrund ist das Meer zu sehen.
    Bauarbeiten auf der deutschen Baustelle des Fehmarnbelt-Tunnels bei Puttgarden (Archivbild) (picture alliance / dpa / Ulrich Perrey)
    "Ich gehe davon aus, dass wir uns im Oktober etwa dann wieder auf Regierungsseite zusammentun werden, um dann klar zu kommunizieren, wie der weitere Ablauf auch und gerade in zeitlicher Hinsicht aussehen wird", sagte der CDU-Politiker beim Besuch der Baustelle in Puttgarden mit der dänischen Verkehrsministerin Signe Munk und dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Madsen (CDU). 
    Bereits in der Vergangenheit gab es bei der deutschen Schieneneinbindung sowie beim Bau des Tunnels auf dänischer Seite Verzögerungen im Bau. Der geplante Bau sei nicht nur eine wichtige Verbindung für Dänemark und Deutschland - sondern für ganz Europa, so Schnieder. "Es ist ja Bestandteil auch eines transeuropäischen Korridors, der große Bedeutung hat für Skandinavien insgesamt und die EU als Ganzes", führte der Bundesverkehrsminister aus.
    Munk sieht Nutzen für die gesamte Region
    Mit Fertigstellung der Verbindung reduziert sich die Zeit, die Reisende zwischen Kopenhagen und Hamburg benötigen, um zwei Stunden, sagte die dänische Verkehrsministerin Munk. "Ich glaube, dass das Projekt für die Region von großem Nutzen sein wird, sowohl hier auf deutscher Seite als auch insbesondere auf dänischer Seite für die Gemeinde Lolland", betonte sie. 

    Tunnelelemente müssen in die Ostsee

    Anfang Mai wurde das erste Tunnelelement für den Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark in die Ostsee abgesenkt. Doch bis zur Fertigstellung der 18 Kilometer langen Eisenbahn und Autotunnels müssen noch 88 weitere Elemente ins Meer gelassen werden. 
    Aufgrund von Verzögerungen beim Bau des Fehmarnbelt-Tunnels und der zugehörigen Hinterlandanbindung auf deutscher Seite arbeite die dänische Projektgesellschaft Sund & Bælt auf eine Eröffnung des Tunnels in zwei Etappen hin. Zuerst soll der Straßenteil in Betrieb gehen, während die Eisenbahnverbindung später folgt, sobald die Anlagen auf deutscher Seite fertig sind, erklärte die Sprecherin.
    Ursprünglich sollte der Tunnel 2029 fertig werden. Doch der Bau des 18 Kilometer langen Eisenbahn- und Autotunnels liegt laut der Projektgesellschaft mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Auch Deutschland rechnet damit, dass sich der Bau der Hinterlandanbindung per Schiene über 2029 hinaus verzögern wird. 
    Diese Nachricht wurde am 22.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.