Lästige Blutsauger
Feuchte Sommer sorgen für viele Stechmücken - Expertin: "Die Mücke schreit hurra"

In den bevorstehenden Tagen dürften hierzulande viele Stechmücken auftauchen. Denn: Feuchtes und warmes Wetter bedeutet für sie optimale Bedingungen. "Die Mücke schreit hurra", sagte die Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. 

    Nahaufnahme einer toten Asiatischen Tigermücke. Sie ist schwarz-weiß gestreift.
    Die Asiatische Tigermücke breitet sich infolge des Klimawandels zunehmend in Deutschland aus. Sie kann tropische Krankheiten wie Dengue- oder Zika-Fieber übertragen. (picture alliance / KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
    Die Gemeine Hausmücke wird demnach genügend Pfützen oder Wasser in Regentonnen finden. Eine länger andauernde Hitzewelle ohne Regen wird hingegen für Hausmücken zum Problem. "Fehlt Regen über zwei bis drei Wochen, ist die Entwicklung stark eingeschränkt, da dann die Bruthabitate Mangelware sind", so Diplom-Biologin Werner.

    Expertin: Tigermücke ein echter Plagegeist

    Auch die Asiatische Tigermücke baue ihre Populationen über den Sommer auf, sei aber im Gegensatz zu den Hausmücken in der Lage, schon kleinste Wasseransammlungen zu nutzen, um sich zu vermehren. Es reichten mit Wasser gefüllte Blumentopf-Untersetzer oder Vogeltränken. Auf Gartenpartys kann sie zur Belastung werden.

    Fall von Tropenkrankheit durch Tigermücke bisher nicht bekannt

    Die Tigermücke, die ursprünglich aus den Tropen stammt, kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke einen solchen Erreger übertragen hat. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit. Die Tigermücke kann Erreger nur übertragen, wenn sie sich selbst vorher an einem erkrankten Blutwirt infiziert. 

    Mehr Infektionen mit West-Nil-Virus möglich

    Bereits verbreitet hat sich hierzulande das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus. In Berlin ist es laut einer Charité-Studie inzwischen fest etabliert. Deutschlandweit gab es 2025 laut Robert Koch-Institut 14 West-Nil-Fälle, 49 waren es im Jahr 2024 und 16 im Jahr 2023 - infizierte Reiserückkehrer mitgerechnet. Wissenschaftler gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind sie oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden. In seltenen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden.
    Das West-Nil-Virus zirkuliert hauptsächlich zwischen Vögeln und Mücken. Aber auch Menschen und Pferde können durch den Stich einer Mücke, die das Virus in sich trägt, infiziert werden und auch erkranken.

    Wie lässt sich das Mückenaufkommen verringern?

    Die Bevölkerung kann laut Werner einfache Schutzmaßnahmen umsetzen, um das Mückenaufkommen zu verringern: Regentonnen sollten mit einem engmaschigen Netz abgedeckt werden, damit die Mücken dort keine Eier legen können. Es wird empfohlen, das Wasser von Vogeltränken alle drei Tage auszutauschen. Leere Blumenvasen auf Friedhöfen sollten umgekehrt abgestellt werden, damit sich kein Regenwasser sammeln kann. 

    Weiterführende Informationen:

    Hier finden Sie den sogenannten Mückenatlas.
    Diese Nachricht wurde am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.