Für viel Aufsehen sorgt derzeit eine aktuelle Veröffentlichung des US-Fachblattes Geophysical Research Letters, das die angesehene Amerikanische Geophysikalische Vereinigung herausgibt. Darin argumentieren zwei kanadische Wissenschaftler, den oft beschworenen "Klima-Hockeyschläger" - ein Modell zu einer bereits 1998 erschienen Studie, das den rapiden Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen veranschaulichen soll - gebe es schlicht nicht. Denn aufgrund erheblicher methodischer Mängel wie etwa der statistischen Überbewertung der Analyse von US-Baumringarchiven habe die Studie von 1998 ein fehlerhaftes Bild des 15. Jahrhunderts gezeichnet. Stattdessen sei es damals zumindest zeitweise etwa so warm gewesen wie heute und deshalb seien die aktuelle Werte auch nicht unbedingt außergewöhnlich, meint der Mathematiker Stephen McIntyre und Koautor der kritischen Neuveröffentlichung. Als Vater des griffigen Vergleiches - und damit quasi Beklagter der neuen Untersuchung - gilt Michael Mann, Geophysiker der Universität Virginia in den USA. Er will die Argumente nicht gelten lassen: "Diese neue Studie kann man nicht als wissenschaftlich fundiert bezeichnen. Die Autoren hatten sie zunächst auch bei "Nature" eingereicht. Sie wurde aber abgelehnt. Es gab dazu drei anonyme Fachgutachter. Sie urteilten übereinstimmend, dass die Studie mit ihren Schlüssen gründlich daneben liege."
Für seine Arbeit wertete Michael Mann 1998 indes nicht allein Baumringe, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher so genannter Paläo-Archive aus. Dabei handelt es sich um Spuren, die das globale Klima im Wachstum von Bäumen, in den Schichten des ewigen Eises ebenso wie in Korallen oder etwa auch in Meeressedimenten hinterließ. Weil die detaillierte Auswertung der zahlreichen verfügbaren Daten zu aufwändig gewesen wäre, fasste Michael Mann ähnliche Daten in Gruppen zusammen. Zwar handelt es sich dabei um ein übliches Verfahren in der Statistik, dennoch seien genau dabei, so bemängeln die Kanadier, empfindliche Fehler unterlaufen. Mann hält indes dagegen und verweist auf eine neue Studie, die er bald veröffentlichen werde: "Das Papier wird in Kürze im Journal of Climate erscheinen. Dabei wurden alle Rohdaten einzeln verarbeitet und ein anderes Auswertungsverfahren benutzt. Aber auch dabei kommt der Hockeyschläger zum Vorschein - wir bekommen genau das gleiche Resultat." Gegner allzu kostspieliger Umweltschutzmaßnahmen nehmen allerdings die Argumente der kanadischen Wissenschaftler bereitwillig auf und werfen gar dem Welt-Klimarat der Vereinten Nationen IPCC vor, sich allzu leichtfertig vor allem auf Michael Manns Auswertungen verlassen und als Indiz für eine menschgemachte Klimaerwärmung angeführt zu haben.
Das sieht Caspar Ammann, selbst Paläoklima-Experte am Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung in Boulder in den USA, allerdings ganz anders: "Die beiden Kanadier greifen sich bei ihrer Kritik eine einzelne Studie heraus. Dabei erwähnen sie aber nicht, dass es eine ganze Reihe anderer Paläoklima-Rekonstruktionen gibt. Und auch da gleicht der Temperaturverlauf einem Hockeyschläger. Dieser scharfe Temperaturanstieg in den letzten 30 bis 40 Jahren fällt wirklich aus dem Rahmen." Überdies gerate in dem Streit ein anderer wesentlicher Punkt in den Hintergrund, so Amman: "Die jetzige Erwärmung lässt sich nicht mit natürlichen Veränderungen erklären. Das klappt nur, wenn man die Treibhausgase berücksichtigt."
[Quelle: Volker Mrasek]
Für seine Arbeit wertete Michael Mann 1998 indes nicht allein Baumringe, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher so genannter Paläo-Archive aus. Dabei handelt es sich um Spuren, die das globale Klima im Wachstum von Bäumen, in den Schichten des ewigen Eises ebenso wie in Korallen oder etwa auch in Meeressedimenten hinterließ. Weil die detaillierte Auswertung der zahlreichen verfügbaren Daten zu aufwändig gewesen wäre, fasste Michael Mann ähnliche Daten in Gruppen zusammen. Zwar handelt es sich dabei um ein übliches Verfahren in der Statistik, dennoch seien genau dabei, so bemängeln die Kanadier, empfindliche Fehler unterlaufen. Mann hält indes dagegen und verweist auf eine neue Studie, die er bald veröffentlichen werde: "Das Papier wird in Kürze im Journal of Climate erscheinen. Dabei wurden alle Rohdaten einzeln verarbeitet und ein anderes Auswertungsverfahren benutzt. Aber auch dabei kommt der Hockeyschläger zum Vorschein - wir bekommen genau das gleiche Resultat." Gegner allzu kostspieliger Umweltschutzmaßnahmen nehmen allerdings die Argumente der kanadischen Wissenschaftler bereitwillig auf und werfen gar dem Welt-Klimarat der Vereinten Nationen IPCC vor, sich allzu leichtfertig vor allem auf Michael Manns Auswertungen verlassen und als Indiz für eine menschgemachte Klimaerwärmung angeführt zu haben.
Das sieht Caspar Ammann, selbst Paläoklima-Experte am Nationalen Zentrum für Atmosphärenforschung in Boulder in den USA, allerdings ganz anders: "Die beiden Kanadier greifen sich bei ihrer Kritik eine einzelne Studie heraus. Dabei erwähnen sie aber nicht, dass es eine ganze Reihe anderer Paläoklima-Rekonstruktionen gibt. Und auch da gleicht der Temperaturverlauf einem Hockeyschläger. Dieser scharfe Temperaturanstieg in den letzten 30 bis 40 Jahren fällt wirklich aus dem Rahmen." Überdies gerate in dem Streit ein anderer wesentlicher Punkt in den Hintergrund, so Amman: "Die jetzige Erwärmung lässt sich nicht mit natürlichen Veränderungen erklären. Das klappt nur, wenn man die Treibhausgase berücksichtigt."
[Quelle: Volker Mrasek]