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StartseiteSport am Wochenende"Blatter könnte nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden"08.02.2015

FIFA"Blatter könnte nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden"

FIFA-Präsident Sepp Blatter soll über seinen Chefjuristen Einfluss auf das unabhängige Governance-Komitee haben. Thomas Kistner (SZ) sagte im DLF, diese Art von Zensur zeige, dass die Reformen der FIFA keine echten Reformen seien. Als gefährlichsten Gegenkandidaten von Blatter bei der Präsidentenwahl sieht Kistner Luis Figo.

Thomas Kistner im Gespräch mit Marina Schweizer

Sepp Blatter während einer Gala am Redepult (Patrick Seeger, dpa picture-alliance)
Sepp Blatter (Patrick Seeger, dpa picture-alliance)
Weiterführende Information

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Die FIFA habe die Strafermittlungen behindert. Blatter wird namentlich im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal um die Sportrechtefirma ISL genannt. Der Schweizer hatte die Bieterverfahren zu den FIFA-Rechten geführt, bei denen die Konkurrenten der ISL stets ausgeschaltet wurden.

Die Zensur des Governance-Komitees durch die FIFA reiche aus, um zu zeigen, dass die Reformen keine sind. Wenn  mit wirklich unabhängigen Leuten gäbe, könnte Blatter nachträglich zur Rechenschaft gezogen werden.

Keine Unabhängigkeit innerhalb der FIFA

Es mangele an jeglicher Unabhängigkeit, zum Beispiel von Mark Pieth, der sich habe beeinflussen lassen. Ebenso Richter Eckerts Bewertung der WM-Vergaben nach Russland und Katar hätte von Blatter selbst stammen können, so Kistner. Auch der Compliance-Chef der FIFA, Domenico Scala, füge sich in die "spezielle Geschäftsharmonie der FIFA" nahtlos ein. Scala entscheidet über die endgültigen Kandidaten der FIFA-Präsidentschaftswahl - zur Wahl gemeldet hatten sich Michael van Praag, Ali bin Al Hussein und Luis Figo.

Aus Blatters Sicht dürfte Luis Figo der gefährlichste Gegenkandidat sein, so Kistner. Fußballstars werde Fußballhelden gegen Blatter auf die Bühne treiben und somit den breitesten Teil der Fans erreichen. Das müsste auch die Sponsoren in Unruhe versetzen. Deshalb könnte Domenico Scala noch Argumente gegen Figo suchen, so Kistner.

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