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FIFA
Blatter Verschwörungstheorien

Im Kampf um seine Macht hat Sepp Blatter Deutschland und Frankreich erneut Einfluss auf die Wahl von WM-Gastgeber Katar vorgeworfen. Zugleich kündigte der FIFA-Präsident an, er wolle auf Reisen bis auf eine Aufnahme vorerst verzichten.

Von Arnulf Boettcher | 05.07.2015
    Die Silhouette Joseph Blatters
    Die Silhouette Joseph Blatters (Patrick Seeger, dpa picture-alliance)
    In der Welt am Sonntag behauptet Sepp Blatter, die umstrittene WM-Vergabe an Katar solle auf politische Einflussnahme auch des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff erfolgt sein – wegen wirtschaftlicher Interessen Deutschlands. Wulff und zudem Frankreichs früherer Staatschef Nicolas Sarkozy hätten versucht, ihre Wahlmänner zu beeinflussen. Deswegen hätte man nun eine WM in Katar, sagte der FIFA-Chef. Wulff und Sarkozy hatten diesen Vorwurf bereits zurückgewiesen.
    Vor dem Hintergrund der Debatte über unwürdige Bedingungen von ausländischen Arbeitern in Katar erneuerte Blatter seine Vorwürfe gegen deutsche Firmen: "Die Deutsche Bahn, Hochtief und viele mehr hatten schon Projekte in Katar, als die WM noch gar nicht vergeben war."
    Schließlich kündigte Blatter an, wegen der internationalen Ermittlungen im Korruptionsskandal um die FIFA vorerst weiter auf Reisen ins Ausland zu verzichten. Solange nicht alles abgeklärt sei, werde er kein Reise-Risiko eingehen, sagte der 79-Jährige. Nur für die Auslosung der Qualifikationsspiele zur WM-Endrunde 2018 in Russland will Blatter Ende Juli nach Moskau reisen.