Donnerstag, 26. Mai 2022

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FIFA
Infantino droht neues Ungemach

Über FIFA-Chef Gianni Infantino braut sich einiges zusammen. Bereits im März waren Computer des Fußball-Weltverbandes und private Server von Funktionären gehackt worden, an diesem Wochenende werden nun weitreichende Enthüllungen rund um die FIFA – und explizit zur Geschäftsführung des Präsidenten – erwartet.

Von Thomas Kistner | 01.11.2018

FUSSBALL WM 2018 FINALE ------- Frankreich - Kroatien 15.07.2018 FIFA-Praesident Gianni Infantino (Schweiz) steht im Regen *** FIFA World Cup 2018 FINALE France Croatia 15 07 2018 FIFA President Gianni Infantino Switzerland is in the rain PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxITA
Über Gianni Infantino braut sich was zusammen. An diesem Wochenende werden massive Enthüllungen rund um die Fifa erwartet. (imago sportfotodienst)
Funktionäre, die teilweise mit hunderten Anfragen konfrontiert wurden, spekulieren über Enthüllungen zu Infantinos früherer Rolle als Generalsekretär in der UEFA. Auch Computer der europäischen Fußball-Union waren gehackt worden. Die FIFA bestätigt die Angriffe, sie befürchtet jetzt schwere Konfrontationen aus "illegal besorgten" Daten.
FIFA-Thron wackelt
Zugleich schwächelt Infantinos wichtigster Verbündeter bei der Verteidigung seines FIFA-Throns, im Juni 2019 wird neu gewählt. Mit Saudi-Arabien verbindet den FIFA-Boss eine enge, ungewöhnlich vertrauliche Liaison. Dazu zählt ein mysteriöses Milliarden-Projekt für eine neue Klub-WM und eine Nations League, das allerdings wegen völlig intransparenter Finanzierungs- und Besitzstandsfragen im Weltfußball auf massiven Widerstand stößt. Im August hatte nun der saudische Verbandschef Adel Ezzat angekündigt, Infantinos Kritiker an der Spitze des Asien-Verbandes AFC, Scheich Salman al Khalifa aus Bahrain, ablösen zu wollen. Zugleich war in Riad überfallartig ein neuer Regionalverband mit 14 Mitgliedern gegründet worden, der südwest-arabische Verband SWAFF. Beim AFC-Kongress in Kuala Lumpur schlug Präsident Salman jetzt diesen Aufstand nieder. In Pakistan, Indien, Bangladesh, Nepal, Bhutan, Sri Lanka und den Maldiven traten gleich die Hälfte aller SWAFF-Mitglieder aus, sie fühlten sich von den Saudis genötigt und fürchteten auch um AFC-Fördergelder. Die halbierte SWAFF wurde vom Kongress als Regionalverband nicht anerkannt.
Statutenänderung stärkt Salman
Zudem setzte Salman die Statutenänderung durch, dass ein Präsidentschaftskandidat von anderen Nationalverbänden als dem eigenen vorgeschlagen werden kann. Damit umgeht er die Gefahr, dass Saudi-Arabien politischen Druck auf Bahrain machen könnte und sein eigener Verband ihn nicht vorschlägt. Seine erneute Kandidatur für 2019 kündigte der gestärkte Salman ebenfalls an.