Kritik von der UEFA
FIFA will private Investoren an WM beteiligen

Die FIFA will die kommerziellen Rechte an den WM-Turnieren in eine Tochtergesellschaft auslagern und mit der Beteiligung privater Investoren ihre Einnahmen steigern. Der geplante "Verkauf" der Weltmeisterschaft lösst massive Kritik aus.

    Fifa-Präsident Gianni Infantino präsentiert den WM-Pokal.
    FIFA-Präsident Gianni Infantino will private Investoren an der WM beteiligen. (picture alliance/dpa | Tom Weller)
    Mit dem Geld sollen die Zahlungen an die 211 Mitgliedsverbände wie den DFB mehr als verdoppelt werden, teilte der Weltverband mit. Die Gesellschaft mit dem Namen "FIFA Forward Enterprises“ solle dieses Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar einbringen, um das Entwicklungsprogramm "Forward" mit Geld auszustatten.
    Die FIFA betont, dass sie die Mehrheit und die volle Kontrolle über die Gesellschaft behalten werde. Die Firma solle Übertragungsrechte, Sponsoring und Ticketverkäufe wirtschaftlich auswerten. Medien berichten, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino der neuen Gesellschaft vorstehen könnte.

    Kritik an der FIFA-Grundstruktur

    Die Nichtregierungsorganisation FairSquare aus Großbritannien hatte immer wieder die Grundstruktur der FIFA kritisiert, bei der die Verbandsspitze ihre Wählerschaft mit Geld ausstattet. Einige kleinere Verbände mit wenigen tausend fußballspielenden Menschen sind komplett abhängig von dem FIFA-Geld. Infantino wies diese Kritik stets zurück.

    UEFA kritisiert das Vorhaben

    Der europäische Kontinentalverband UEFA äußerte deutliche Kritik: "Damit wird eine Grenze überschritten, die die für den Fußball verantwortlichen Institutionen niemals überschreiten dürften." Sie rief alle nationalen Fußballverbände, Ligen, Vereine, Spieler, Fans und Regierungen auf, das Thema ernst zu nehmen. "Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware – erst recht nicht bei völliger Intransparenz darüber, wer finanziell davon profitiert. Niemand von uns ist Eigentümer des Fußballs."
    Die UEFA lässt ihre kommerziellen Rechte an der Champions League allerdings ebenfalls in einer privaten Firma verwerten. Die Tochtergesellschaft unterhält sie gemeinsam mit den europäischen Spitzenklubs und ohne die Beteiligung privater Investoren.
    Infantino steht 2027 zur Wiederwahl. Eine Gegenkandidatur gibt es bislang nicht, sein Erfolg gilt als sicher. Den Aufstieg und Machterhalt von Gianni Infantino beleuchtet der Deutschlandfunk in einer sechsteiligen Podcastserie.
    Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.