
Vor der Krisensitzung zur Berlinale hat die Deutsche Filmakademie einen Appell veröffentlicht. Sie seien erschrocken über den Versuch "der politischen Einflussnahme in Bezug auf die Leitung eines der bekanntesten und bedeutendsten Filmfestivals der Welt", teilte die Deutsche Filmakademie mit.
Die Akademie stehe für den Schutz der Kunstfreiheit und die Autonomie kultureller Institutionen, schrieben die Akademiechefs Vicky Krieps und Florian Gallenberger. Unterzeichnet wurde die Erklärung zum Beispiel von Schauspielerin Iris Berben und Regisseur İlker Çatak, dessen Film "Gelbe Briefe" gerade den Goldenen Bären gewonnen hatte.
In dem Schreiben hieß es auch, es gehe um weit mehr als nur eine Personalentscheidung. "Dieser Versuch der Einmischung ist ein gefährliches Signal, das weit über das Festival hinausreicht."
Die Europäische Filmakademie in Berlin stellte sich hinter Tuttle. Unter ihrer Leitung habe die Berlinale ihre Rolle als wichtiges internationales Festival und Marktplatz für den europäischen Film gestärkt, hieß es in einer Mitteilung. "Wir glauben, dass ihre Führung ein starkes Fundament für die Berlinale und das europäische Kino bietet, um selbstbewusst in die Zukunft zu gehen."
Sondersitzung für Donnerstag einberufen
Kulturstaatsminister Weimer hat eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung der zuständigen Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB) einberufen. Nach Informationen des Deutschlandfunk-Hauptstadtstudios läuft es auf eine vorzeitige Beendigung der Tätigkeit von Berlinale-Leiterin Tuttle hinaus. Außerdem soll über eine generelle Reform des Festivals gesprochen werden. Weimers Sprecher und die Berlinale äußerten sich dazu nicht.
Gruppenbild mit Palästinenser-Fahne
Bei der Preisgala am 21. Februar hatte es erneut pro-palästinensische Statements und Symbole gegeben. Der syrisch-palästinensische Regisseur Abdallah Alkhatib warf Deutschland auf offener Bühne vor, an einem „Genocid in Gaza“ mitzuwirken. Er war zuvor für sein Werk „Chronicles from the Siege“ als „Bester Erstlingsfilm“ ausgezeichnet worden. Vom Publikum wurden die Äußerungen teils mit Beifall quittiert.
Nach einem Bericht der „Bild"–Zeitung ist für Weimer aber nicht nur die Preisverleihung ein Problem. Die 56-jährige Tuttle habe mit der Filmcrew eine Woche zuvor bereits mit Palästinenserfahne und -Tüchern posiert. Tuttle leitet die Berlinale seit 2024.
Nach einem Bericht der „Bild"–Zeitung ist für Weimer aber nicht nur die Preisverleihung ein Problem. Die 56-jährige Tuttle habe mit der Filmcrew eine Woche zuvor bereits mit Palästinenserfahne und -Tüchern posiert. Tuttle leitet die Berlinale seit 2024.
Diese Nachricht wurde am 25.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
