Fußball
Finanzamtswechsel des DFB sorgt für Aufregung in der hessischen Landespolitik

Der hessische Landtag befasst sich mit dem Wechsel des Finanzamts durch den Deutschen Fußballbund. Künftig soll für den DFB die Behörde in Bad Homburg zuständig sein - und nicht mehr jene in Frankfurt am Main, die in der Vergangenheit Steuervergehen des DFB moniert hatte. FDP und Grüne verlangen Aufklärung von der schwarz-roten Landesregierung, wie es zu dem Wechsel kommen konnte.

    Das Logo des DFB auf dem DFB-Campus in Frankfurt
    "Deswegen wäre eine Lex DFB nicht hinzunehmen." (dpa / picture alliance / Ralf Ibing)
    Beide Parteien haben einen umfangreichen Fragenkatalog erarbeitet: hier und hier. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, ist für die kommende Woche eine Sondersitzung des Haushaltsausschusses geplant. Die haushaltspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Schardt-Sauer, sagte dem Blatt, der steuerzahlende Bürger wundere sich, ob sich jetzt jeder sein zuständiges Finanzamt "nach Belieben und Wohlgefühl" aussuchen dürfe. Das könne wohl kaum so sein, deswegen wäre eine "Lex DFB", ein rechtlicher Sonderstatus, nicht hinzunehmen.
    Die SZ hatte vergangene Woche berichtet, der DFBwerde künftig beim Finanzamt in Bad Homburg im Hochtaunuskreis geführt. Der Verband habe den Schritt bestätigt, ohne weitere Details zu nennen. Die SZ spricht von einer "höchst außergewöhnlichen Spezialbehandlung" des DFB durch die Landesregierung.
    Der DFB inklusive seiner Tochtergesellschaften ist in Frankfurt am Main ansässig. Mit dem dortigen Finanzamt hatte es in der Vergangenheit Auseinandersetzungen wegen Steuervergehen gegeben, inklusive Strafverfahren, Nachzahlungen in Millionenhöhe und zeitweise Aberkennung der Gemeinnützigkeit.
    Diese Nachricht wurde am 01.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.