Studie von Biologie
Fischfang mit Lock-Bojen bedroht Leben in Meeresschutzgebieten

Weltweit wird das Leben in Meeresschutzgebieten zunehmend vom Fischfang mit sogenannten autarken Lock-Bojen beeinträchtigt.

    Blauflossenthunfische (Thunnus thynnus) in einer Aquakultur vor Malta.
    Thunfische werden zunehmend mit sogenannten Lockbojen gefangen. (imago stock&people)
    Das haben Meeresbiologen in einer Studie herausgefunden. Demnach wurden in 53 Prozent der Gebiete diese Einrichtungen nachgewiesen. "Mit diesen Lockbojen sollen vor allem Thunfische gefangen werden", sagte der Meeresbiologe Boris Worm von der Dalhousie-Universität im kanadischen Halifax. 40 Prozent des gesamten Thunfischfanges weltweit würden mit diesen Geräten bestritten.
    Die Lockbojen-Methode basiert auf der Verhaltensweise von Meeresfischen. Die Tiere sammeln sich unter treibenden Objekten. Fischer nutzen meist einfache Flöße aus Holz oder Bambus, an denen oft alte Netze oder Palmblätter hängen. Sonar- und Echolotsysteme registrieren die sich bildenden Fischschwärme und senden die Information an Fangschiffe.

    Regeln und Beschränkungen für Lockbojen-Einsatz gefordert

    In Meeresschutzgebieten sei der Fischfang, wenn überhaupt, nur unter strengsten Auflagen möglich, erklärte Worm. Oft treiben Lockbojen dann aber in solche Gebiete und können dort die Ökosysteme beeinflussen. Denn sie würden neben Thunfischen auch andere Tiere wie Meeresschildkröten oder Haie anlocken, die teilweise unter Naturschutz stünden. Vor diesem Hintergrund müsse der Fischfang mit Lockbojen unbedingt geregelt und eingegrenzt werden, so der Wissenschaftler.
    Diese Nachricht wurde am 18.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.