Schädlingsbekämpfung
Fledermäuse vertilgen drei Tonnen Insekten

Als die Waldschlösschenbrücke in Dresden gebaut wurde, machte die Kleine Hufeisennase Schlagzeilen: Seitdem müssen Autofahrer nachts langsamer über die Brücke fahren, um die Fledermaus nicht zu stören. Jetzt zeigt sich: Das könnte für Landwirte von Vorteil sein, denn diese Fledermaus ist ein echter Insektenvernichter.

    Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) im Flug in der Nacht
    Eine Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) jagt in der Nacht. (picture alliance / blickwinkel / AGAMI / T. Douma)
    Ein Team der Universität des Baskenlandes hat in einem abgesteckten Gebiet in Nordspanien zwei Fledermaus-Kolonien untersucht: Große und Kleine Hufeisennasen. Ihren Berechnungen zufolge haben diese zwei Kolonien während der fünfmonatigen Brutzeit rund drei Tonnen Insekten gefressen. In ihrem Kot gab es Überreste von mehr als 60 verschiedenen Schädlingsarten, die Obstbäume, Weinreben oder Gemüsepflanzen befallen.
    Erstaunlich war, dass die Fledermäuse auch Motten gefressen hatten, die in der Region noch gar nicht als Schädling bekannt waren. Die Fledermäuse haben sie quasi vor den Menschen entdeckt. Damit könnten sie auch als eine Art Frühwarnsystem für neu eingewanderte Schädlinge genutzt werden.
    Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.