Delfine hätten einige unglaubliche Gemeinsamkeiten mit Menschen, die anderen Tiere fehlten, sagt Stephanie Venn-Watson. Dies sei der Grund, warum sie besonders gute Modellorganismen für die Forschung sind, auch wenn sie natürlich nie wie ein Labortier untersucht werden können, ergänzt die Direktorin der Nationalen Stiftung für Meeressäuger in den USA. Zu den Gemeinsamkeiten gehöre auch die Erkrankung an Diabetes Typ 2. Die verläuft bei Delfinen jedoch anders, sie sind nur zeitweilig zuckerkrank.
"Sobald Delfine etwas fressen, haben sie keinen Diabetes. Wenn sie aber etwa über Nacht hungern, schalten sie auf Diabetes um. Wir sehen chemische Veränderungen im Blut, die ähnlich der Insulin-Resistenz beim Menschen sind. Sobald sie morgens wieder etwas fressen, schalten sie wieder zurück. Das macht sie als Modellorganismus so interessant, weil theoretisch ein solches Umschalten auch bei Menschen möglich sein könnte."
Da Delfine zwar nur zeitweilig, aber dennoch Diabetes haben, wollte Stephanie Venn-Watson herausfinden, ob die Tiere auch damit verbundene chronische Folgeerkrankungen aufweisen.
"Wir haben zwei Krankheiten gefunden: Nierensteine und eine Erkrankung, bei der die Tiere zu viel Eisen ansammeln und es nicht mehr ausscheiden können."
Eine weitere menschliche Erkrankung, die in etwas abgewandelter Form auch bei Delfinen auftritt, hat Hendrik Nollens von der Universität von Florida entdeckt. Über einen Zeitraum von vier Jahren hat er 1500 Gewebe- und Blutproben von Delfinen gesammelt und auf Virusinfektionen untersucht. Dabei sah er, dass die Tiere mit bis zu 24 Formen des Papillomavirus infiziert waren. Während Menschen bei einer Infektion mit dem Virus an Gebärmutterhalskrebs erkranken können, waren alle untersuchten Meeressäuger gesund. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Tiere nicht wie Menschen an Nebenerkrankungen leiden, etwa an einer Herpesinfektion.
Als nächstes wollen Hendrik Nollens und seine Kollegen das Erbgut aller Viren untersuchen, um ihr Wirken vollständig verstehen zu können. Dabei suchen sie vor allem nach krebsauslösenden Faktoren und nach solchen, die eine Krebserkrankung verhindern.
"Wenn wir herausfinden, warum diese Viren bei Delfinen nicht solche Erkrankungen wie beim Menschen hervorrufen, können wir vielleicht diese Unterdückungsmechanismen eines Tages bei der Behandlung von Menschen einsetzen."
Bis dahin sei es jedoch noch ein weiter Weg, räumt Hendrik Nollens ein, und er stehe mit seinen Forschungen noch am Anfang. Die Ergebnisse zeigten jedoch einmal mehr, wie wichtig Delfine als Modelltiere seien. Sie haben zwar ähnliche Krankheiten wie Menschen, leiden aber nicht so stark darunter.
"Sobald Delfine etwas fressen, haben sie keinen Diabetes. Wenn sie aber etwa über Nacht hungern, schalten sie auf Diabetes um. Wir sehen chemische Veränderungen im Blut, die ähnlich der Insulin-Resistenz beim Menschen sind. Sobald sie morgens wieder etwas fressen, schalten sie wieder zurück. Das macht sie als Modellorganismus so interessant, weil theoretisch ein solches Umschalten auch bei Menschen möglich sein könnte."
Da Delfine zwar nur zeitweilig, aber dennoch Diabetes haben, wollte Stephanie Venn-Watson herausfinden, ob die Tiere auch damit verbundene chronische Folgeerkrankungen aufweisen.
"Wir haben zwei Krankheiten gefunden: Nierensteine und eine Erkrankung, bei der die Tiere zu viel Eisen ansammeln und es nicht mehr ausscheiden können."
Eine weitere menschliche Erkrankung, die in etwas abgewandelter Form auch bei Delfinen auftritt, hat Hendrik Nollens von der Universität von Florida entdeckt. Über einen Zeitraum von vier Jahren hat er 1500 Gewebe- und Blutproben von Delfinen gesammelt und auf Virusinfektionen untersucht. Dabei sah er, dass die Tiere mit bis zu 24 Formen des Papillomavirus infiziert waren. Während Menschen bei einer Infektion mit dem Virus an Gebärmutterhalskrebs erkranken können, waren alle untersuchten Meeressäuger gesund. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Tiere nicht wie Menschen an Nebenerkrankungen leiden, etwa an einer Herpesinfektion.
Als nächstes wollen Hendrik Nollens und seine Kollegen das Erbgut aller Viren untersuchen, um ihr Wirken vollständig verstehen zu können. Dabei suchen sie vor allem nach krebsauslösenden Faktoren und nach solchen, die eine Krebserkrankung verhindern.
"Wenn wir herausfinden, warum diese Viren bei Delfinen nicht solche Erkrankungen wie beim Menschen hervorrufen, können wir vielleicht diese Unterdückungsmechanismen eines Tages bei der Behandlung von Menschen einsetzen."
Bis dahin sei es jedoch noch ein weiter Weg, räumt Hendrik Nollens ein, und er stehe mit seinen Forschungen noch am Anfang. Die Ergebnisse zeigten jedoch einmal mehr, wie wichtig Delfine als Modelltiere seien. Sie haben zwar ähnliche Krankheiten wie Menschen, leiden aber nicht so stark darunter.