Věc Makropulos ("Sache Makropulos") ist die drittletzte Oper von Leoš Janáček, uraufgeführt 1926. Das Thema Angst vor dem Altern, Angst vor dem körperlichen Verfall scheint selbst zeitlos. Zumal heute in Zeiten von Jugendwahn und florierender plastischer Chirurgie.
Und Marty, der umschwärmte Superstar dieser Oper, verdankt ihre ewige Jugend eigentlich einer Versuchsanordnung, die als gescheitert galt. Der Trank, den der Vater ihr braute, sollte an ihr nur erprobt werden. Aber er wirkte.
Nun muss sie mit ihrer Jugendlichkeit leben, ist geradezu süchtig danach – wie die Männer, denen sie begegnet, süchtig werden nach ihr. Aber die Wirkung verfliegt. Fieberhaft fahndet sie nach dem Rezept, das in irgendeiner Erbschaftsakte begraben liegt. Ein Kriminalfall der besonderen Art.
Regisseur Luc Perceval versetzt die Handlung in eine Art Psychiatrie. Seine Emilia Marty ist ein sich ewig jung gerierendes Fräulein im Tüllkleid. Sie balanciert und tanzt auf schwankem Boden. Annette Kurz hat die ganze Bühne ausgelegt mit dicken Balken. Marty schwebt darüber auf einer Schaukel und über den Köpfen der Männer, die sie begehren, die sie begrapschen.
Die Schaukel wird ihr am Ende zum Galgenstrick. Heftig schluckt sie Fusel, bevor sie endlich der ganzen Wahrheit ins Gesicht blickt, den Schleier lüftet und das Geheimnis ihrer Vergangenheit preisgibt. Es ist wie eine Therapie. Den Zettel mit dem Rezept, das sie dem jungen Mädchen weitergeben will, knüllt dieses empört zusammen, schmeißt es weg. Auch die Männer wenden sich von ihr ab.
Heroisch versucht sie noch Haltung zu wahren, wacklig auf ihrer Schaukel. Die Einsamkeit überwinden kann sie nicht.
Christiane Iven singt diese Marty in der Hannoveraner Inszenierung mit viel Kraft. Das Starmodel unserer Kino-, TV- und Modewelten ist sie nicht. Das Begehren, das sie bei den Männern auslöst, ist anderer Natur.
Auch Gregor, eigentlich Martys verheimlichter Sohn aus einem ihrer früheren Leben, der heftigst um sie wirbt, wird von Michael König gezeigt als eher Nervenbündel. Immer zupft er sich mit den Händen am Jacket. Grob fasst er der Frau an die Brüste. Er weiß nicht, dass sie seine Mutter ist.
Jaroslav Prus, der andere Mann, der besonders eindringlich um sie wirbt, sich auch einen one-night-stand mit ihr erobert, wird verkörpert von Thomas Möwes. Am Premierenabend leider indisponiert, musste er sich stimmlich doubeln lassen. Regisseur Perceval ließ indes beide Sänger auf der Bühne nebeneinander agieren. Die Spaltung der Figur verdeutlichte das noch mehr.
Etwas zu sehr al fresco klingt bei Dirigent Shao-Chia Lü die Musik. Die gleißenden Farbmischungen von Janáčeks Partitur leuchten bei ihm nicht so recht. Das Hannoveraner Publikum, offensichtlich mittlerweile versöhnt mit dem neuen Kurs an seiner Oper, war’s gleichwohl zufrieden und spendete allseits begeisterten Applaus.
Wie schon bei seiner ersten Operninszenierung, dem Tristan in Stuttgart, versucht Perceval die Figuren eher von innen her zu modellieren. Sehr variantenreich gerät dieser Abend nicht. Man spielt die drei Akte ohne Pause. Die deutschen Übertitel werden auf drei ebenfalls balkenartigen Laufschriftanzeigen ins Bühnengeschehen eingeblendet. Das Mitlesen der Texte gestaltet sich etwas schwierig.
Und Marty, der umschwärmte Superstar dieser Oper, verdankt ihre ewige Jugend eigentlich einer Versuchsanordnung, die als gescheitert galt. Der Trank, den der Vater ihr braute, sollte an ihr nur erprobt werden. Aber er wirkte.
Nun muss sie mit ihrer Jugendlichkeit leben, ist geradezu süchtig danach – wie die Männer, denen sie begegnet, süchtig werden nach ihr. Aber die Wirkung verfliegt. Fieberhaft fahndet sie nach dem Rezept, das in irgendeiner Erbschaftsakte begraben liegt. Ein Kriminalfall der besonderen Art.
Regisseur Luc Perceval versetzt die Handlung in eine Art Psychiatrie. Seine Emilia Marty ist ein sich ewig jung gerierendes Fräulein im Tüllkleid. Sie balanciert und tanzt auf schwankem Boden. Annette Kurz hat die ganze Bühne ausgelegt mit dicken Balken. Marty schwebt darüber auf einer Schaukel und über den Köpfen der Männer, die sie begehren, die sie begrapschen.
Die Schaukel wird ihr am Ende zum Galgenstrick. Heftig schluckt sie Fusel, bevor sie endlich der ganzen Wahrheit ins Gesicht blickt, den Schleier lüftet und das Geheimnis ihrer Vergangenheit preisgibt. Es ist wie eine Therapie. Den Zettel mit dem Rezept, das sie dem jungen Mädchen weitergeben will, knüllt dieses empört zusammen, schmeißt es weg. Auch die Männer wenden sich von ihr ab.
Heroisch versucht sie noch Haltung zu wahren, wacklig auf ihrer Schaukel. Die Einsamkeit überwinden kann sie nicht.
Christiane Iven singt diese Marty in der Hannoveraner Inszenierung mit viel Kraft. Das Starmodel unserer Kino-, TV- und Modewelten ist sie nicht. Das Begehren, das sie bei den Männern auslöst, ist anderer Natur.
Auch Gregor, eigentlich Martys verheimlichter Sohn aus einem ihrer früheren Leben, der heftigst um sie wirbt, wird von Michael König gezeigt als eher Nervenbündel. Immer zupft er sich mit den Händen am Jacket. Grob fasst er der Frau an die Brüste. Er weiß nicht, dass sie seine Mutter ist.
Jaroslav Prus, der andere Mann, der besonders eindringlich um sie wirbt, sich auch einen one-night-stand mit ihr erobert, wird verkörpert von Thomas Möwes. Am Premierenabend leider indisponiert, musste er sich stimmlich doubeln lassen. Regisseur Perceval ließ indes beide Sänger auf der Bühne nebeneinander agieren. Die Spaltung der Figur verdeutlichte das noch mehr.
Etwas zu sehr al fresco klingt bei Dirigent Shao-Chia Lü die Musik. Die gleißenden Farbmischungen von Janáčeks Partitur leuchten bei ihm nicht so recht. Das Hannoveraner Publikum, offensichtlich mittlerweile versöhnt mit dem neuen Kurs an seiner Oper, war’s gleichwohl zufrieden und spendete allseits begeisterten Applaus.
Wie schon bei seiner ersten Operninszenierung, dem Tristan in Stuttgart, versucht Perceval die Figuren eher von innen her zu modellieren. Sehr variantenreich gerät dieser Abend nicht. Man spielt die drei Akte ohne Pause. Die deutschen Übertitel werden auf drei ebenfalls balkenartigen Laufschriftanzeigen ins Bühnengeschehen eingeblendet. Das Mitlesen der Texte gestaltet sich etwas schwierig.