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FlüchtlingePolizei räumt Kreuzfahrtschiff

Ein zyprischer Polizist patrouilliert vor dem Kreuzfahrtschiff "Salamis Filoxenia", das syrische Flüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer gerettet hatte. (AFP / Andrew Caballero-Reynolds)
Ein zyprischer Polizist patrouilliert vor dem Kreuzfahrtschiff "Salamis Filoxenia", das syrische Flüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer gerettet hatte. (AFP / Andrew Caballero-Reynolds)

Ein Kreuzfahrtschiff hat hunderte Bootsflüchtlinge aus Seenot im Mittelmeer gerettet. Bei der Ankunft in einem zypriotischen Hafen weigerten sie sich, das Schiff zu verlassen - sie wollten nach Italien gebracht werden. Am Morgen hat die Polizei das Schiff geräumt.

Das zyprische Kreuzfahrtschiff "Salamis Filoxenia" hatte am Donnerstag 345 syrische Flüchtlinge, darunter 52 Kinder, an Bord genommen, deren Boot in rauer See zu kentern drohte. Nach der Landung im Hafen von Limassol sollten die Flüchtlinge in ein Armeelager gebracht werden. Die Geretteten weigerten sich jedoch, von Bord zu gehen. Nach Polizeiangaben verließen nur 65 Flüchtlinge das Schiff. Sie wurden in ein Aufnahmelage nahe Nikosia gebracht.

"Wir haben alles getan, um sie zu retten," sagte der Chef der Kreuzfahrtgesellschaft Salamis Cruise Lines, Kikis Vassiliou, "wir haben ihnen zu Essen gegeben und Hilfe geleistet, und jetzt wollen sie unser Unternehmen ruinieren." Durch die verzögerte Weiterfahrt des Kreuzfahrtschiffes drohten seinem Unternehmen Verluste in Höhe von mehreren hunderttausend Euro, sagte er. Rund 300 russische Urlauber, die mit der "Salamis Filoxenia" am Donnerstagabend Richtung Israel hätten auslaufen sollen, wurden vorerst in Hotels in Limassol untergebracht.

Rettung wider Willen?

In der Nacht zum Freitag liefen Verhandlungen mit den Geretteten. Im Hafen standen Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter des Roten Kreuzes bereit, um den Flüchtlingen zu helfen. Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs berichtete, die Flüchtlinge seien nach eigenen Angaben von Syrien gestartet und drei Tage auf See gewesen. Der Kapitän habe das Flüchtlingsboot zunächst im Stich gelassen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums sendete das Flüchtlingsboot bei schlechtem Wetter am Donnerstagmorgen einen Notruf. Vasiliou zufolge wurde die Reederei vom zypriotischen Seenotrettungsdienst gebeten, den Kurs zu ändern und die Flüchtlinge zu bergen.

Zypern liegt nur rund 100 Kilometer von der syrischen Küste entfernt. Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 3000 Menschen bei ihrer Flucht über das Mittelmeer ums Leben.

(sdö/swe)

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