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FlugzeugabsturzNationale Trauer um Opfer von Flug MH17

Niederländische Soldaten tragen die Särge der Opfer des Absturzes von Flug MH17 (dpa/picture-alliance/ROBIN VAN LONNKHUIJSEN)
Niederländische Soldaten tragen die Särge der Opfer des Absturzes von Flug MH17 am Flughafen in Eindhoven (dpa/picture-alliance/ROBIN VAN LONNKHUIJSEN)

In den Niederlanden herrscht heute ein Tag der nationalen Trauer. Die ersten Toten des Flugzeugabsturzes in der Ost-Ukraine sind heute nach Eindhoven gebracht worden. Sie sollen in den Niederlanden identifiziert werden.

Im Beisein des niederländischen Königspaares, des Ministerpräsidenten Mark Rutte und zahlreicher Angehöriger landete ein niederländisches Hercules-Transportflugzeug um 15.46 Uhr auf dem Flughafen von Eindhoven. Kurz danach folgte eine australische Maschine. Beide waren am Morgen mit insgesamt 40 Särgen an Bord im ukrainischen Charkow gestartet.

Weniger Leichen übergeben als erwartet

Der Zug mit den Leichen von der Absturzstelle war am Dienstag in der Stadt Charkow angekommen. Von dort aus wurden die Särge in die Niederlande geflogen. Die zuständigen niederländischen Beamen stellten jedoch fest, dass Ein Drittel der Opfer noch nicht geborgen übergeben wurden. Regierungschef Rutte erklärte, die Identifizierung einiger der Leichen könne sehr rasch geschehen, bei anderen könne es aber "Wochen oder sogar Monate" dauern.

Unterdessen haben US-Geheimdienstvertreter ihre Keine US-Beweise für russische Mitwirkung an Flugzeugabschuss der malaysischen Passagiermaschine vorgelegt: Zwar gebe es bislang keine zwingenden Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Vorfall. Doch Moskau habe erst die Bedingungen geschaffen, indem es die Aufständischen bewaffnet habe.

"Schlecht ausgebildete Besatzung" am Werk

Der niederländische König Willem-Alexander (l.) und Premierminister Mark Rutte haben am 21.07.2014 in Utrecht Angehörige der Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ost-Ukraine getroffen. (afp / Robin van Lonkhuijsen / anp)Der niederländische König Willem-Alexander (l.) und Premierminister Mark Rutte haben in Utrecht Angehörige der Opfer des Flugzeugabsturzes getroffen. (afp / Robin van Lonkhuijsen / anp)Das wahrscheinlichste Szenario sei, dass die Maschine aus Versehen abgeschossen wurde. Wahrscheinlich habe eine "schlecht ausgebildete Besatzung" das eingesetzte Raketensystem nicht richtig beherrscht, sagte ein US-Geheimdienstmitarbeiter. Nach Angaben von Vertretern der US-Regierung wurde beobachtet, dass schwere Waffen aus Russland in die Ost-Ukraine verlegt wurden. Es gebe aber keine Beweise, dass auch das mutmaßlich eingesetzte Buk-Raketensystem dabei war.

Der Geheimdienstvertreter wies russische Angaben zurück, wonach die Boeing 777 der Malaysia Airlines vor ihrem Absturz ein Ausweichmanöver geflogen haben soll. Ein russischer General hatte am Montag erklärt, ein ukrainisches Kampfflugzeug habe sich kurz vor dem Absturz der Maschine wenige Kilometer entfernt befunden. Zudem sei die Boeing von ihrer Flugroute abgewichen.

Die Flugschreiber der Maschine sind inzwischen an niederländische Ermittler übergeben worden. Ausgewertet werden soll die Black Box jedoch im britischen Farnborough. Das Überspielen der Daten aus der Blackbox werde voraussichtlich ein bis zwei Tage, die Auswertung jedoch "mehrere Wochen" in Anspruch nehmen. Auch der Cockpit-Stimmenrekorder der Boeing 777 wurde den niederländischen Ermittler inzwischen ausgehändigt. Nach deren Angaben können er auch ausgewertet werden. Das Gerät sei zwar beschädigt, es weise aber keine Zeichen von Manipulation auf, erklärte das Niederländische Untersuchungsbüro für Sicherheit (OVV). Laut OVV konnten die Daten aus dem Stimmenrekorder von den Experten in Farnborough "erfolgreich heruntergeladen" werden. Sie müssten nun weiter "analysiert und untersucht" werden. 

(tj/stfr/cc/ach)

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